GAG289: Ein Kreuzzug, der einen ungeahnten Verlauf nahm


Wir beginnen diese Folge in Venedig. Dort machte sich im Jahr 1202 ein Heer von Kreuzfahrern auf den Weg, um Jerusalem von der Herrschaft Saladins und der Ayyubiden zu befreien. Dieser Vierte Kreuzzug nahm aber einen ganz anderen Verlauf als geplant. Denn die Kreuzritter kamen nicht einmal in die Nähe von Jerusalem. Stattdessen wurde es der erste Kreuzzug, bei dem die Kreuzfahrer ausschließlich gegen Christen kämpften.

Am Ende kam es zu einer der größten Plünderungen des Mittelalters: Konstantinopel, eine der reichsten christlichen Städte jener Zeit, wurde von den Kreuzfahrern zerlegt. Die wertvollsten Reliquien und Kunstgegenstände lassen sich noch heute in Venedig bewundern, wie etwa die Pferde von San Marco. Wir sprechen in der Folge darüber, was ein geblendeter Doge damit zu tun hat und warum damit der Anfang vom Ende des Byzantinischen Reichs eingeläutet wurde.

NEU: Wer unsere Folgen lieber ohne Werbung anhören will, kann das über eine kleine Unterstützung auf Steady tun.

Wer uns abseits davon finanziell unterstützen will, findet alle nötigen Information dazu hier.

Wir freuen uns, wenn ihr den Podcast bei Apple Podcasts rezensiert oder bewertet. Für alle jene, die kein iTunes verwenden, gibt’s die Podcastplattform Panoptikum, auch dort könnt ihr uns empfehlen, bewerten aber auch euer ganz eigenes PodcasthörerInnenprofil erstellen.

Wir freuen uns auch immer, wenn ihr euren Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen oder sogar Nachbarinnen und Nachbarn von uns erzählt!


 

4 Antworten auf „GAG289: Ein Kreuzzug, der einen ungeahnten Verlauf nahm“

Hallo Daniel,
Hallo Richard,

als ihr über die Schiffsfertigung in Venedig gesprochen habt, wurden bei mir Erinnerungen an ein Uniseminar zu den italienischen Seerepubliken wach, in dem wir auch über das venezianische Arsenal gesprochen haben. Hier fand Fließbandarbeit wohl lange vor Ford statt 😉 Zudem muss das ganze so beindruckend gewesen sein, dass auch Dante sich davon hat inspirieren lassen (Inferno XXI, 7-18)!

“Gleich wie man in Venedigs Arsenal
Das Pech im Winter sieht aufsiedend wogen […]”

Vielen Dank für eure wöchentliche Sendung! Weiter so 🙂

Hey, ist nicht der venezianische Schiffsbau auch Schuld daran, dass die (Balkan-) Adriaküste massiv abgeholzt wurde und heute deshalb so karg aussieht?

Ps: Ich hoffe es dauert nicht weitere 100 Folgen bis ihr wieder Kreuzzüge behandelt, denn die Geschichte(n) u die Schlacht bei Hattin oder auch König Löwenherz’ Teilnahme ubd Gefangennahme sind sehr erzählenswert!

Vielen Dank!

Die Folge gefällt mir leider auch nicht. Ich halte es für sehr vermessen und ahistorisch, den Kreuzfahrern pauschal vor allem Gewinn- und Machtinteressen zu unterstellen, obwohl das bei diesem Kreuzzug möglicherweise wirklich das Hauptmotiv war. Generell haben die Kreuzfahrer wirklich geglaubt, sich mit ihrem Beitrag zur Befreiung Jerusalems das Seelenheil zu sichern. Und dafür haben sie alle oder wenigstens erhebliche Ressourcen mobilisiert und neben ihrer wirtschaftlichen Existenz ihr Leben riskiert. Ohne zu wissen, was sie dafür bekommen! Ich weiß nicht mehr, mit welchen Worten genau ihr diesen Einsatz disqualifiziert habt. Aber die waren in einer durch und durch religiösen Welt eher idealistischer als wir in unserer individualisierten “vernünftigen” Welt heute. Und die waren ganz gewiss nicht bekloppter als wir.

Die Kreuzzüge zielten darauf, ein Gebiet zu erobern. Klar unterstelle ich den Kreuzfahrern da Machtinteressen, das halte ich nicht für ahistorisch. Und ich habe auch nicht den Eindruck, dass sich Venedig auf die Unternehmung eingelassen hat, weil sie ihr Seelenheil sichern wollten. Sonst wären sie wohl kaum nach ihrer Exkommunikation weiter nach Konstantinopel gezogen 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.