GAG346: Die längste Hängebrücke der Welt


Eine Brücke über den East River zwischen Manhattan und Brooklyn galt lange Zeit als unmöglich. Mit der Entwicklung von Hängebrücken im 19. Jahrhundert änderte sich das, doch der 600 Meter breite Meeresarm in New York blieb eine gewaltige Herausforderung. Die Brücke, die der deutsche Auswanderer John A. Roebling plante und die ab 1869 gebaut wurde, geriet zu einem der spektakulärsten Brückenbauprojekte der Geschichte.

Die Brooklyn Bridge war für zahlreiche Superlative verantwortlich: Sie war die mit Abstand längste Hängebrücke ihrer Zeit, die erste Brücke in den USA, die im Caissonverfahren gebaut wurde und die erste elektrisch beleuchtete Brücke. Und der Brückenplaner? Der starb noch vor Baubeginn und auch seinem Sohn und Nachfolger Washington Roebling, kosteten die Arbeiten an der Brücke die Gesundheit. So kam es, dass seine Frau Emily Roebling über die längste Zeit der Fertigstellung die Bauleitung übernahm.

Wir sprechen in der Folge ein wenig über die Geschichte des Brückenbaus, wie Brückenpfeiler im Wasser verankert wurden und stellen fest, dass sich Richard bislang noch nicht so richtig für Brücken interessiert hat.

Für alle, denen es ähnlich geht, sind hier Bilder von den besprochenen Brücken:

Brooklyn Bridge in New York (Hänge- und Schrägseilbrücke)

Steinerne Brücke in Regensburg (Steintorbrücke)

Kettenbrücke in Budapest (Kettenbrücke)

Donaustadtbrücke in Wien (Schrägseilbrücke)

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16 Replies to “GAG346: Die längste Hängebrücke der Welt”

  1. Mark Strutzenberger

    Hi 🙂 Ihr hattet schon einmal einen brückenhistorischen Teil bei der Weltausstellung in Wien mit der ältesten Brücke von Wien 🙂

  2. Thomas

    Sehr coole Folge!
    Als Thüringer, der aktuell in Mühlhausen lebt, freue ich mich umso mehr dass Ihr darüber gesprochen habt. Roeblings Schwiegertochter ist dann an den Geburtsort (Mühlhausen) von John Roebling gekommen und ich meine, sie hat auch hier ihren Sohn entbunden, den sie zusammen mit Washington Roebling gezeugt hat.

  3. Matthias

    Hallo zusammen,

    eine kleine Anmerkung: in 30m Tiefe liegt der Druck bei 4 bar statt bei 3 bar (1 bar pro 10m Wassersäule + 1bar Umgebungsdruck ab Land).
    Heute wird es teilweise so gemacht, dass die Arbeiter (meistens speziell ausgebildete Taucher) über längere Zeiten (Tage bis Wochen) unter dem Druck gehalten werden, unter dem sie arbeiten müsse. Dazu werden sie nach vollendeter Arbeit entweder in einer Unterwasserkapsel untergebracht oder unter Erhaltung des Druckes an die Oberfläche gebracht und dann in einem unter Druck stehenden Quartier untergebracht. Erst hab am Ende kommt es zu einer teilweise über Tage andauernden Dekompression, um den im Blut und Gewebe gelösten Stickstoff sehr langsam wieder loszuwerden und eine Dekompressionskrankheit zu vermeiden. Diese Art des Tauchens wird auch als Sättigungstauchen bezeichnet, da der Körper nur eine gewisse Menge Stickstoff aufnimmt, d.h. danach gesättigt ist.
    Es handelt sich um einen sehr sehr gut bezahlten, weil sehr gefährlichen Job. Eine sehr interessante Diskussion der Prinzipien beim Sättigungstauchen und eines Unfalls der passiert, wenn der Druck in den Quartieren an der Oberfläche nicht gehalten wird findet sich hier: https://youtu.be/a9s8osVokiQ . Die Schilderungen im Video sind allerdings explizit und relativ grausam.

    • Reinhard

      3 bar Relativdruck oder 4 bar Absolutdruck ist aber hier etwas irrelevant, da die Arbeiter eben 3 bar Überdruck ausgesetzt waren.

  4. Phillip Oberdorfer

    Danke für die schöne Brücken-Folge. Al Ende geht ihr noch auf weniger erfolgreiche Beücken-Bauprojekte aus dieser Zeit ein, und da musste ich sofort an die Tahoma Narrows Bridge denken, die in den späten 1930ern entstand. Sie war so lang und elastisch, dass sie bei Wind anfing, starke Buckelbewegungen zu machen, was dann schnell zu einer Attraktion und gefilmt wurde. An einem besonders windigen Tag änderte sich die Schwingung in eine verdrehende Bewegung und sie würde zerstört. Das einzige Todesopfer war ein Hund. Vom Kollaps gibt es sogar Filmmaterial: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Tacoma_Narrows_Bridge_destruction.ogv

  5. Markus Eisen

    Hallo zusammen,

    auch ich will nicht versäumen, mich voll des Lobes über die Brückenfolge zu äußern!
    Danke, „sehr gut“! (wie immer…)

    Meine spontane Assoziation war die Brücke von Mostar, über die man auf der allwissenden Müllhalde unter „stari most“ mehr findet. Die Legende, die mir in abgewandelter Form mal erzählt wurde zitiere ich:

    [Der Architekt] „Hajrudin hatte die fertiggestellte Brücke nie gesehen. Alten Legenden zufolge sei Hajrudin nach einem Einsturz der Brücke zur Strafe der Kopf abgeschlagen worden. Zuvor war die Brücke bereits zweimal in den Fluss gefallen, weshalb die Bevölkerung sagte: „Der Fluss lässt sich nicht überspringen.“ Hajrudin zog sich unweit der Stadt Mostar zurück, in das Gebiet Bijelo Polje (Weißes Feld), und wartete auf die Nachricht seiner Emissäre, die den Abbau des Gerüstes überwachten. Nachdem ihm die Nachricht überbracht wurde, dass mit der Brücke alles in Ordnung sei, ritt er über das Bergmassiv Velež Richtung Türkei. Während der Reise erkrankte er an Gelbsucht und starb an der Krankheit in Jedrenè (im heutigen Bulgarien).“

    Ferner eine Info aus dem Bereich Maschinenbau:
    Die Eigenschaft, daß Konstruktionen rechnerisch mehr aushalten, als sie in der zu erwartenden Realität müssen, nennt man Sicherheitsfaktor. Das ist einfach das Verhältnis von „rechnerisch zu ertragende Last“ zu „tatsächliche Last“.
    Je nach Anwendung gibt es Vorschriften u. Richtlinien, welcher SF einzuhalten ist, bspw:
    Gebäude 2,0
    Druckbehälter 3,5 bis 4,0,
    Autos 3,0
    Luft- und Raumfahrzeuge 1,2 bis 3,0. (Quelle: https://gaz.wiki/wiki/de/Safety_factor)

    Insofern ist die Brooklyn Bridge auch mit den Schwindelstahlseilen immer nich gut dabei…

    Freue mich auf die nächste Folge!
    liebe Grüße aus München,
    Markus

  6. Martin

    Mein erster Kommentar hier, nachdem ich vor einigen Wochen „eingestiegen“ bin. Super Podcast, diese Folge hier hat mir besonders gefallen. Ich hatte in Erinnerung, dass ich die Geschichte kannte, und nochmal etwas gesucht: es gibt von der BBC eine Serie mit dem Titel „7 Wonders of the Industrial World“, Folge 2 war über die Brooklyn Bridge. Eine tolle Dokumentation, nachgestellt mit Schauspielern und teilweise Originalaufnahmen. Bei Google mal nach „seven wonders of the industrial world brooklyn bridge“ suchen und man wird fündig.

  7. Max

    Moin!
    Ich höre gerade eure Folge und muss in dem Zusammenhang mal einen anderen Podcast empfehlen, welcher sich um das selbe Thema dreht. Schwerpunkt allerdings anders gelagert würde ich sagen: Den Brady Heywood Podcast. Der ist allgemein auch sehr zu empfehlen (gibt auch einige Brücken-Folgen und Apollo 13 ist ganz besonders hervorzuheben). Hier aber mal die Links zu den beiden Folgen welche sich ebenfalls um diese Brücke drehen:
    Brady Heywood Podcast: Brooklyn Bridge – Part 1

    Episode webpage: https://omny.fm/shows/brady-heywood-podcast/episode-12-brooklyn-bridge-part-1

    Media file: https://traffic.omny.fm/d/clips/53b6fe2a-4ef6-4356-ae92-a61500df6da0/56716ae1-321e-43ae-9834-ac92006a5543/b71a6a5e-0edc-49c0-be0f-ac92006af0eb/audio.mp3?utm_source=Podcast&in_playlist=cbc369cb-989a-4e35-ac05-ac92006a555a&t=1611729881

    und

    Brady Heywood Podcast: Brooklyn Bridge – Part 2

    Episode webpage: https://omny.fm/shows/brady-heywood-podcast/episode-13-brooklyn-bridge-part-2

    Media file: https://traffic.omny.fm/d/clips/53b6fe2a-4ef6-4356-ae92-a61500df6da0/56716ae1-321e-43ae-9834-ac92006a5543/59e45244-c5eb-4229-afb3-ac92006aeaef/audio.mp3?utm_source=Podcast&in_playlist=cbc369cb-989a-4e35-ac05-ac92006a555a&t=1611729927

  8. Hauke Marczinkowski

    Lieber Daniel, liebe Zuhörer,

    nun will ich dir, nachdem ich bislang nur Richard gefeedbackt habe (Thema Kaviar und Hummer), auch endlich mal ein Feedback zu einer, wie ich finde, sehr spannenden Folge geben.

    Zunächst lieber Daniel, ich freue mich dich so motiviert zu erleben! Der Richard scheint allerdings das genaue Gegenteil. Ob deine Laune besser wird wenn Richards Motivation in den Keller geht?

    Am Anfang sprecht ihr etwas ungenau von Eisenbrücken und Stahlbrücken. Soweit ich weiß kam erst das Eisen und später der Stahl. Deshalb spricht man bei Booten auch von Eisenschiffen, häufig genietet, später von Stahlschiffen, dann nur noch geschweißt. Eisen ist ein Bestandteil von Stahl 🙂

    Ein Stichwort was nicht gefallen ist: Synchronität. Dadurch sind viele Brückenunfälle passiert. Die Synchronität bezeichnet das Phänomen gleichzeitig, örtlich unabhängig ausgeführter Bewegungen/Schwingungen. Es gibt versuche mit Pendel und Metronom. Stellt man zwei Metronome auf ein flexiblen Untergrund gleicht sich nach einer gewissen Zeit der Takt an. Sie schwingen synchron. Nun ist es bei Spaziergängen auf Brücken ähnlich. Kommt es zu Massenhaften Veranstaltungen so pendelt sich die Schwingung der Brücke zum Schritt – oder eben der Schritt zur Brücke. Ich glaube die Millenium Bridge ist deswegen eingestürzt. https://www.scinexx.de/news/technik/was-bruecken-in-schwingung-versetzt/

    Vielen Dank für eure Arbeit. Ich freue mich euch eines Tages kennen zu lernen. Grüße aus 21441 Garstedt

  9. Heiko Trautwein

    Die Folge hat mich sehr gefreut. Nicht nur weil ich ein großer Technik-Nerd bin, sondern weil es hier in Berlin eine Röblingstraße gibt, durch ich sehr häufig gefahren bin, ohne über eine lange Zeit zu wissen, wer der Namensgeber war.

    Leider fehlt der Straße die in Berlin häufige „Erklärungstafel“, so dass es vielen Menschen nicht bewusst ist, wer Röbling gewesen ist. Aber das soll jetzt wohl geändert werden, wie ein Bericht in der lokalen Presse Anfang April beschreibt (https://www.berliner-woche.de/tempelhof-schoeneberg/c-politik/cdu-wuenscht-sich-erlaeuterungstafeln-fuer-die-namensgeber-zweier-strassen_a341411)

  10. Peter

    Ich möchte noch mal zu Emily Roeblings Nachleben nachfassen, ist sie später noch als Baumeisterin in Erscheinung getreten? Wenn ja, bei welchen Projekten, wenn nein, was hat sie dann gemacht, außer einen Sohn zur Welt zu bringen? Bis zur nächsten Feedback Folge ist ja noch etwas Zeit zur Recherche 😏

  11. Malte

    Diese Folge hat mich sehr gefreut, da ich gebürtiger Mühlhäuser bin. Röbling ist wahrscheinlich der bekannteste Sohn unserer Stadt und eine Bronzeskulptur steht auf einem der größten Plätze, dem Untermarkt. Jährlich findet hier auch der Röblinglauf in Erinnerung an Johann August Röbling und seine Frau statt, an dem fast alle Grundschule der Stadt teilnehmen und auch viele Mühlhäuser Betriebe und Sportvereine mitwirken. Ich selbst habe auch mehrfach teilgenommen und der Lauf ist einer der größten Events in Mühlhausen. Passend zur Folge findet er diese Jahr am 13.05. statt, also nur 2 Tage nach Erscheinen der Folge.

    • Markus Schönmann

      Hallo Daniel! Herzlichen Dank für diese tolle Folge. Der wahrnehmbare Unterschied in eurer Begeisterung für das Thema erinnerte mich an das Referat eines Schulfreundes über Brücken im Erdkundeunterricht. Auch damals spaltete sich unsere Klasse in 2 Lager. Ich war Teil der Brückenbegeisterten. Schon erstaunlich. 😀 Wissen baut Brücken – Danke!

  12. Roman Korf

    Hallo Daniel und Richard (alphabetische Reihenfolge gewählt ;-)), leider habe ich (vielleicht auch, weil ich nicht richtig geschaut habe) keine Möglichkeit gefunden mal einen allgemeinen Kommentar abzugeben. Ich bin erst seit Dezember 2021 Zuhörer eures Podcasts. Das liegt aber auch daran, dass ich erst seit Dez. 2021 Podcasts höre. Mittlerweile habe ich fast alle eure Podcasts durch und bin schon wieder am zweiten Mal hören. In Folge 100 meinte Daniel, dass Zuhörer ja nur noch in mehr als einfacher Geschwindigkeit hören. Dem muss ich vehement widersprechen. Ich höre euch in einfacher Geschwindigkeit und genieße jede einzelne Sekunde.
    Ihr vermittelt Geschichte auf eine interessante und lustige Art. Ab und an sind die Lacher vielleicht nicht gewollt, aber Ihr lacht selbst drüber. Ich muss sagen, ich habe selten so eine locker vermittelte, authentisch rübergebrachte und interessante Wissensvermittlung gehabt wie mit euch. Ich liebe eure Show und eure Art. Macht bitte weiter so.

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Seit sechs Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte. Das Besondere daran: der eine weiß nie, was der andere ihm erzählen wird. Dabei geht es um vergessene Ereignisse, außergewöhnliche Persönlichkeiten und überraschende Zusammenhänge der Geschichte aus allen Epochen.

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