GAG266: Die Schlacht von Azincourt

Wir springen in dieser Folge ins Jahr 1415. Heinrich V., König von England, landet am 14. August in der Normandie und beginnt damit eine Kampagne, die ihren Höhepunkt in einer der best dokumentierten Schlachten des Mittelalters finden sollte: der Schlacht von Azincourt.

Wir sprechen über diese auch im heutigen England noch mythisch verklärte Schlacht des Hundertjährigen Krieges und werden dabei auch erklären, warum der Langbogen der Engländer nicht die Wunderwaffe war, als die er gern mal hingestellt wird.

Das Episodenbild zeigt eine Darstellung der Schlacht aus dem 15. Jahrhundert.

Die hauptsächlich dafür verwendete Literatur ist von Anne Curry und heißt “1415 Agincourt – A New History”.

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21 Replies to “GAG266: Die Schlacht von Azincourt”

  1. Dieter

    Hallo Richard, du hast erzählt, dass die gefangenen französischen Adligen nach der Schlacht getötet wurden. Haben das die einfachen Bogenschützen einfach so hingenommen? Immerhin war das Lösegeld doch deren Haupteinnahmen. Zumal sie für den Feldzug ihren eigentlichen Beruf nicht machen konnten.

  2. Reto

    Hey ihr zwei!
    Ich höre euren Podcast wirklich gern und auch meine Partnerin fordert mit dem Ausruf “Geschichte! Geschichte! Geschichte!” gerne nach eurem Podcast zum Einschlafen – sie mag eure Stimmen, aber hat vermutlich noch nie eine ganze Episode geschafft! Es macht jedenfalls Freude euch zuzuhören, ABER ich kann mich wirklich nicht an euren Jingle gewöhnen, da der Schluss-Akkord zu früh kommt! Auch nach unzähligen gehörten Folgen ist es für mich (und vermutlich alle Menschen mit musikalischem Taktgefühl) jedes Mal sehr irritierend, dass der Schlussakkord der sehr coolen Melodie quasi mitten im 6/8-Takt statt auf die 1 kommt. Es wäre toll, wenn ihr das musikalisch optimieren könntet. So könnte der Hörgenuss schon im Intro beginnen! 🙂
    Grüße aus Konstanz
    Reto

  3. Arne Feldmann

    Hallo Zeitsprung Team,
    Die aktuelle Folge war wie immer sehr gut. Eine kleine Anmerkung von mir ist, dass diese Schlacht, wie ich finde, sehr gut in dem Netflix Film “The King” dargestellt worden ist.
    Macht weiter so und viele Grüsse,
    Arne

    • Mathias

      Ich hatte mich sehr auf den Film gefreut. Jedoch finde ich, dass der Film nur wenig mit der Realität zu hat. Weder Schlachtverlauf noch vorherige Begebenheiten sind richtig wieder. Gegeben. Im Gegenteil, es waren vieles extrem verfälscht

  4. Marlon

    Wieder eine sehr gelungene Folge Zeitsprung! Vielen Dank dafür! Eine Frage bleibt bei mir jedoch offen: wenn man mit den Langbögen nicht in einem Bogen sondern in einer geraden Linie feuert, läuft man dann nicht Gefahr die eigenen Nahkämpfer zu treffen? Es schien mir in Film und Fernsehen immer so als ob der Bogen in dem Geschossen wird dazu dient hinter die eigenen Reihen zu schießen und nur den Gegner zu treffen. Auf jeden Fall sehr spannend.

  5. Wolfgang

    Hallo,

    habe wieder einmal mit Freude die neueste Folge Eures Podcasts gehört und würde Richard nach “Crecy” und “Azincourt” gerne ein Thema für einen Exkurs vorschlagen, nämlich die Eibe.

    Für die Engländer war der Eibenbogen damals sicher eine Wunderwaffe. Das aber nicht, weil sie ihn erstmals eingesetzt oder gar erfunden hätten. Schon Ötzi ist mit einem halb fertigen “Langbogen” (1,8m) durch die Alpen gekraxelt und es gibt noch weitaus ältere Funde für die Nutzung des Holzes durch den Menschen. Eine eher neuere Entwicklung des Mittelalters war es allenfalls, dass man die Bogen aus Rohlingen herstellte, die sich aus Kern- und Splintholz zusammensetzten. Das dürfte wie bei einem Kompositbogen die Reichweite/Durchschlagkraft erhöht haben. Es dürfte aber auch ganz nebenbei den Holzbedarf erhöht haben, denn dieser Grenzbereich des Holzes mindert die Ergiebigkeit des geschlagenen Baums. Der Erfolg dieser englischen Volksfernwaffe im Kampf gg. die gallischen Blechdosenarmee hat dann dazu geführt, dass vor allem die pragmatischen Engländer den Bestand an Bogen aufstockten. Und weil es auf der Insel bald keine Eiben mehr gab, kaufte man auf dem Festland, was nur ging. “Denn was wir haben, bekommt kein anderer in die Hände”. Bei Wikipedia (“Europäische Eiche”) liest man: “Jedes Handelsschiff, das ab 1492 in England Handel treiben wollte, musste eine bestimmte Anzahl Eibenrohlinge mit sich führen”. Und weil vermutlich nicht nur die Engländer Bogen haben wollten, gab es 70 Jahre später in Bayern schon keine schlagreifen Eiben mehr. Zuvor war die Eibe ein häufig zu findender Baum wie Caesar von seiner Spritz-Tour durchs Linksrheinische schreibt. Wer heute aber eine Eibe im Wald sieht, steht in aller Regel vor einem Schild mit der Aufschrift “Naturdenkmal”. Der Baum, der einem der Todfeinde Caesars den Namen gegeben hat (Eburonen) ist heute fast nur noch als rechteckig geschnittene Gartenhecke bekannt. Wobei manche Mama solche Zäune ablehnt, weil die roten Beeren “so giftig sind”. Dabei sind die Beeren kaum giftig, sondern vielmehr die Nadeln zu bestimmten Jahreszeiten. Wie gesagt, ich fände es im Zusammenhang mit diesen ganzen idiotischen Gemetzeln eine Erwähnung wert, dass die mittelalterliche Aufrüstung zu einem Raubbau an der Natur und damit wiederum zu einer vermutlich unumkehrbaren Veränderung des mitteleuropäischen Waldes geführt hat. Unumkehrbar solange es Zweibeiner gibt. Cheers

    PS hab vor ein paar Wochen eine Eibe in Nijmegen gesehen und fotografiert. Kein dolles Bild zugegeben, aber es gibt einen Eindruck, wie so ein Bäumchen nach vielleicht hundert oder auch zweihundert Jahren aussieht. https://photos.app.goo.gl/XQWipnVcoGznaNe58

  6. Robert

    Interessante Folge, mittelalterliche Schlachten haben ja immer ihren eigenen Charme. Interessant wären für mich noch weitere Exkurse in die Kriegsökonomie und Logistik gewesen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

  7. Frank

    Zum Schluss habe ich beim Thema “Langbogrn” nicht mehr durchgesehen.
    “… die Pfeile die verwendet wurden, waren fast Baumstämme” aber dann kam wieder, dass die schützen zwei Köcher mit 24 Pfeilen hatten….

    • Richard

      Servus, natürlich war das Übertreibung. Ich wollte damit nur ausdrücken, dass sie nicht vergleichbar waren, mit dem was man sich heute unter einem herkömmlichen Pfeil vorstellt.

      • Michael

        Hallo Richard — Du erwähnst im Beitrag ein Buch zum Thema Langbogen. Ich finde es aber via Google nicht. Welches sind die genauen bibliografischen Angaben? Herzlichen Dank, Michael

  8. Elti Pavone

    Hallo Ihr beiden,
    ich bin vor einigen Wochen zufällig auf den Zeitsprung gestoßen und habe mich in eure Stimmen “verliebt”. Weil auch mein Partner eure Themen bemerkenswert vielfältig findet, hören wir nun sehr oft eure Geschichten als Gute -Nacht- Geschichte. Natürlich schlafen wir eigentlich regelmäßig dabei ein und es ist zum Ritual geworden, dass wir uns am nächsten Morgen erzählen, bis wohin wir zugehört haben. Dabei ist mittlerweile ein Wettbewerb entbrannt, wer von uns beiden sich länger wachhalten konnte….Bei besonderen Interesse hören wir natürlich am nächsten Abend dann weiter! Auf diese Weise braucht es mitunter 3 Abende bis eine Folge wachen Ohres angehört ist ;)))
    Was ich damit sagen will ist nicht, dass euer Podcast zum Einschlafen langweilig ist, sondern dass er eine prima Möglichkeit ist, mit hervorragenden Erzählern und unterhaltsamen Themen den Tag ausklingen zu lassen. Ein kleiner Kritikpunkt wäre noch: Der Kreisky Abspann reisst mich immer wieder unsanft aus dem Schlaf!! ;)))
    Herzliche Grüße elti

  9. Ralf

    Hallo ihr Zeit! Zeitsprung ist mein absoluter Lieblings-Podcast und ich höre euch immer, wenn ich meine 1,5jähre Tochter zum Einschlafen mit dem Kinderwagen durch die Gegend fahre….
    Zu der Einschätzung von Richard, bzgl. der historischen Genauigkeit der Schlacht bei dem Netflix-Film “The King” wollte ich ergänzen, dass es sich hierbei ja um die Verfilmung des von Shakespears handelt und als solches der Film ein ganz anderes Ziel als historische Genauigkeit verfolgt.

  10. Jens Bitzer

    Klasse Folge, danke! Zur Ergänzung sei auf einen anderen Podcast hingewiesen, zu finden hier: https://www.swr.de/swr2/wissen/der-bogen-maschinengewehr-des-mittelalters-100.html.
    Bemerkenswert finde ich dort den Schlußsatz, dass, sinngemäß, in den Napoleonischen Kriegen der Herzog von Wellington eine Einheit Bogenschützen anforderte, da er sich davon eine verherrende Wirkung auf die Truppen Bonapartes mit Ihren Stoffuniformen versprach. Doch man teilte ihm mit, dass es in ganz England nirgendwo mehr gut ausgebildete und trainierte Bogenschützen gäbe.

  11. Dominic

    Es git eine Serie von Militärstrategiespielen unter dem Titel “Total War”, in dem man historische Schlachten nachspielen kann.

    In einer recht alten Version hatten die Entwickler mal spezifisch ein Szenario für Azincourt eingebaut, falls jemand mal zuviel Zeit hat 🙂https://www.youtube.com/watch?v=70B53mDfKQ0&t=3m

  12. Thomas Stelter

    Hallo,
    habe die Folge grad erst gehört und mir gleich noch den Film „The King“ angeschaut.
    Kurze Bemerkung: dass die Engländer den Ort „Agincourt“ nennen ist so falsch wohl nicht, laut Wikipedia hieß er tatsächlich früher so…

    Beste Grüße und macht weiter so!

    Tom

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Seit sechs Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte. Das Besondere daran: der eine weiß nie, was der andere ihm erzählen wird. Dabei geht es um vergessene Ereignisse, außergewöhnliche Persönlichkeiten und überraschende Zusammenhänge der Geschichte aus allen Epochen.

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