GAG205: Die Befreiung von Schloss Itter

Wir springen in das Jahr 1945 auf Schloss Itter nach Tirol und beschäftigen uns mit einem der letzten Gefechte des Zweiten Weltkriegs in Europa. Das Schloss war ein KZ-Außenlager in dem prominente Gefangene interniert waren. Dazu zählten die wichtigsten politischen Persönlichkeiten Frankreichs der Zwischenkriegszeit: die letzten beiden Premierminister Édouard Daladier und Paul Reynaud sowie die Armeechefs Maxime Weygand und Maurice Gamelin. Außerdem befanden sich unter den Gefangenen Marie-Agnès Cailliau, Schwester von Charles de Gaulles und der spätere Friedensnobelpreisträger Léon Jouhaux.

Die Befreiung gilt als einziges Gefecht des Zweiten Weltkrieges, bei dem US-Soldaten mit Wehrmachts-Soldaten und einem hochrangigen SS-Offizier gemeinsam gekämpft haben.

Update: Daniel behauptet in der Folge, es gäbe keine nach Josef Gangl benannte Straße in Wörgl, dafür eine in Wien. Das stimmt aber so nicht: Es gibt eine Sepp-Gangl-Straße in Wörgl und die Josef-Gangl-Straße in Wien ist nach dem Schauspieler und Schriftsteller Josef Gangl benannt.

Das Episodenbild zeigt das Schloss in einer Aufnahme von Steve J. Morgan im Jahr 1979. Es befindet sich derzeit in Privatbesitz.

AUS UNSERER WERBUNG
Du möchtest mehr über unsere Werbepartner erfahren? Hier findest du alle Infos & Rabatte!

NEU: Wer unsere Folgen lieber ohne Werbung anhören will, kann das über eine kleine Unterstützung auf Steady tun.

Wir freuen uns, wenn ihr den Podcast bei Apple Podcasts rezensiert oder bewertet. Für alle jene, die kein iTunes verwenden, gibt’s die Podcastplattform Panoptikum, auch dort könnt ihr uns empfehlen, bewerten aber auch euer ganz eigenes PodcasthörerInnenprofil erstellen.

Wir freuen uns auch immer, wenn ihr euren Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen oder sogar Nachbarinnen und Nachbarn von uns erzählt!


12 Replies to “GAG205: Die Befreiung von Schloss Itter”

    • Daniel

      Hey, danke für den Hinweis! Ich hab nach Josef Gangl gesucht und die Sepp Gangl-Straße übersehen. Und dabei jetzt auch bemerkt, dass die Straße in Wien nach dem Schauspieler und Schriftsteller Josef Gangl benannt ist.

  1. Alexander

    Gute Folge, wie immer 😉
    Nur habe ich auch genau dieses Thema dem Richard im Februar per E-Mail vorgeschlagen 🙁
    Dennoch danke für das Aufgreifen dieses interessanten Ereignisses.

  2. Manuel

    Danke für die super Folge! Komme aus Tirol und habe die Geschichte schon einmal von einem Kollegen gehört, aber nur eine Kurzversion. Habe einiges dazugelernt. Danke dafür!
    sG aus Tirol
    Manuel

  3. Reinhard

    Warum hat eigentlich diese SS-Einheit in dieser allgemeinen Auflösung des gesamten Systemes nichts besseres vorgehabt, als dieses Schloss zu belagern ? Wollten sie vielleicht die Insassen als Geiseln nehmen ?

    • P. Paul

      naja, zu kriegsende gings einerseits ziemlich chaotisch zu.

      andrerseits gibts dazu einen größeren zusammenhang „im gesamtbild“:
      die SS einheiten in der region hatte „säuberungsaufgaben“ zu leisten, also hochrangige gefangene, nach südtirol zu verschleppen, von wo aus der kampf weitergeführt hätte werden sollen – und die gefangenen politiker und funktionäre hätten als faustpfand verwendet werden sollen – oder im falle eines scheiterns, liquidiert hätten werden sollen um deren aussagen vor tribunalen zu verhindern.

      das schloss in itter war eines von mehreren „VIP“ haftanlagen (sorry für die bezeichnung, der kürze halber so bezeichnet, akkurat nannte man sie „sonder- und sippenhäftlinge“) die die SS betrieb (ein anderes war das selten bekannte KZ reichenau bei innsbruck). bekannterweise wurde dieser abtransport 4 tage zuvor dann von der wehrmacht in südtirol verhindert. einer der prominenten gefangenen war der totgeglaubte kurt schuschnigg – ebenso wie der abgesetzte generalstabschef der wehrmacht, franz halder beide samt familie.

      es wird vermutet, dass die in itter zurück gebliebenen inhaftierten jene waren, die in einem gesonderten transport nachgeführt hätten werden sollen bzw. aus platzgründen nicht die „priorität“ besaßen um gleich mit abtransportiert zu werden.

      zusammengefasst: geiseln – ja, politischer faustpfand – definitiv. warum sie das schloss weiterhin belagert hatten, wurde oben ausführlich erklärt. für den kader der ss galt halt die devise „es ist erst aus, wenn es wirklich aus ist“.

  4. Fabi

    Hi,
    super Story und sehr gut erzählt (wie fast immer)
    Aber @Daniel: bitte an der Aussprache frz. Vornamen arbeiten, du hast de Gaulles Schwester wirklich posthum Gewalt angetan (und meinen Ohren auch). Der 2.Teil des Bindestrich-Vornamens muss auf die Richtung des accent geachtet werden, das „s“ wird mitgesprochen…;-)
    lg fabi

  5. Carolin

    Noch ein kleiner Literaturtipp, über den ich gerade gestolpert bin: „Major Josef „Sepp“ Gangl. Ein Ludwigsburger Soldat im Widerstand“ mit abgedruckten Quellen aus verschiedenen Archiven in Österreich, Deutschland und den USA; inklusive des abgedruckten Tagebuchs Gangls, das bisher unveröffentlicht war.

  6. P. Paul

    großartige folge daniel, ein thema, welches noch viele weitere geschichten beinhaltet, die es wert wären mal erzählt zu werden und von denen kaum einer weiß – mit folge episoden material für mindestens 3 dutzend weitere folgen…eventuell was für eine serie? österreich zum kriegesende beispielsweise?

    bitte mehr davon, spannend und interessant aufbereitet von dir – danke!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Seit sechs Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte. Das Besondere daran: der eine weiß nie, was der andere ihm erzählen wird. Dabei geht es um vergessene Ereignisse, außergewöhnliche Persönlichkeiten und überraschende Zusammenhänge der Geschichte aus allen Epochen.

Mehr Podcasts