GAG185: Kleindeutschland und die General Slocum Katastrophe

Wir springen in dieser Episode ins 19. und frühe 20. Jahrhundert der USA. Wie viele EmigrantInnen aus Europa, sind ab Mitte des 19. Jahrhunderts bereits hunderttausende Deutsche in die USA ausgewandert. Ein Ort an dem sie sich vermehrt niederlassen: New York City. Dort entsteht schließlich an der Lower East Side von Manhatten jenes Viertel, um das es sich in dieser Folge dreht: Kleindeutschland.

Doch im Gegensatz zu Stadtteilen wie Chinatown oder Little Italy, ist von Kleindeutschland heute so gut wie nichts mehr übrig. Wir sprechen über die Gründe, allen voran das für Kleindeutschland einschneidentste Ereignis: die „General Slocum“ Katastrophe.

Literatur

Das Episodenbild zeigt die General Slocum auf einer Fotographie um die Jahrhundertwende.

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8 Replies to “GAG185: Kleindeutschland und die General Slocum Katastrophe”

  1. Wiebke

    Die Sonntagsschule gibt’s in Deutschland auch, ist eher eine evangelische Einrichtung und heißt hier meistens „Kindergottesdienst“. Ich glaube das heißt so, weil es parallel zum eigentlichen Gottesdienst stattfindet, also während die Eltern in der Kirche sind, gehen die Kinder in den Kindergottesdienst. Es ist aber eine irreführende Bezeichnung, weil es im Prinzip kein Gottesdienst, sondern Bibelunterricht ist. Die ursprüngliche Bezeichnung ist auch in Deutschland „Sonntagsschule“ gewesen.

    • Jule

      Ähhh – nö! 😉
      Ich habe eine Zeit selbst Kigo gemacht und es ist tatsächlich eher ein kindgerechter Gottesdienst mit verschiedenen Liedern, Kerzen/Fürbitten, einer Bibelgeschichte o.ä., Basteln und Abschlusssegenslied.
      Es ist teils parallel zum „normalen“ Gottesdienst. Die Kinder gehen mit der Kigokerze an einem bestimmten Zeitpunkt gemeinsam raus und vor dem Segen kommen sie wieder rein.

      Am ehesten der amerikanischen Sonntagsschule entspricht im Westen der konfessionelle Religionsunterricht in der Schule, Kindergruppen nachmittags in der Gemeinde und lustigerweise mir hier nur in Ostberlin bzw.Ostdeutschland bekannt die sog. Christenlehre, die je nach Alter in der Woche nachmittags in den Gemeinden stattfindet.

  2. Paradroid

    Hallo ihr beiden, super Folge wieder einmal. Ich habe einmal in dem Gebiet gewohnt (heute heisst ein Teil Little Ukraine) und die Ottendorfer Library gibt es heute noch und wird noch als solche genutzt. Das ist ein sehr schönes Gebäude: http://6tocelebrate.org/site/ottendorfer-library-nypl/
    Und in der St Marks St um die Ecke steht auch noch das Haus das alte Haus (auch sehr schöne Haus) des Deutsch Amerikanischen Schützenvereins, jetzt ist da ein Yogastudio drin (klar :-)).

  3. Reinhard

    Es ist also nicht viel Wahres daran, daß der Zerfall der deutschen Gemeinde in N.Y. mit dazu beigetragen haben soll, daß sich Deutsch nicht als quasi Amtssprache (denn die gibt es dort gar nicht offiziell) in den USA gegen das englische durchsetzen konnte ? Das war für mich bislang eine der tiefgreifenden Nachwirkungen dieser tragischen Geschichte.

  4. Alexander Steppich

    Klasse Folge wie immer!
    Seit immer ist aber auch der Rechtschreibfehler “PodcasthörerInne[n]profil” im schriftlichen Feedbackhinweisblog einer jeden Episode drin 😉

  5. Benjamin

    Hallo ihr beiden. Seit diesem Herbst gibt es ein sehr schönes Comic von Jan Soeken mit dem Titel „Slocum“, das die Katastrophe zum Thema hat. Erschienen im avant-verlag. Lohnt sich sehr.
    Viele Grüße und danke für euren Podcast 🙂

  6. Christian

    Mich hat die Folge an das Buch „Allein unter Amerikanern“ von Tuvia Tenenbom erinnert. Er reist 2010 u.a. auf der Suche nach den ausgewanderten Deutschen quer durch die USA; alles was er findet sind ein paar alte Pubs und amerikanisierte Namen, niemand kann sich nach ein paar Generationen mehr an die eigene Herkunft erinnern und deutsch spricht auch keiner mehr! Von einer der größten Einwanderergruppen sind nur ein paar Spuren geblieben, alles andere wurde assimiliert bzw. amerikanisiert. Insofern denke ich dass die geschilderte Katastrophe sicherlich einen Grund für den Zerfall der deutschen Community in New York darstellt, den größeren Zusammenhang stellt sicherlich die generelle Assimilation aller europäischen Auswanderer in den USA dar.
    Interessant erscheint mir aber auch, dass die Communitys die es in New York noch gibt – und man kann die Situation dort sicher nur begrenzt mit der restlichen USA vergleichen – sehr geschlossene Gemeinschaften darstellen (China Town), oder eine spezifische „Expat“ Mentalität auch über längere Zeit erhalten mussten (Little Russia).
    Im übrigen gibt es wohl immer noch einen kleinen Rest von Little Germany nördlich der 80. Straße.

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