GAG171: Eine ganz kleine Geschichte der Nacht und des Schlafs

Wir springen in dieser Folge in die frühe Neuzeit und sehen uns an, welche Bedeutung die Nacht für den Menschen hatte und wie die wohl häufigste Tätigkeit der Nacht – der Schlaf – gemeinhin praktiziert wurde.

Dabei treffen wir auch auf eine Schlaftechnik, die über Jahrhunderte vorherrschend war, heutzutage aber so gut wie vergessen ist.

Die erwähnte Literatur ist das Buch von A. Roger Ekirch “At Day’s Close – Night in Times Past”.

Das Profilbild ist “Landschaft bei Mondschein” von Jules Dupré aus dem Jahr1852.

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19 Replies to “GAG171: Eine ganz kleine Geschichte der Nacht und des Schlafs”

  1. Rita

    Zum Thema Phasenschlaf: Manche Menschen neigen auch heute dazu, so zu schlafen. Bei mir ist das tatsächlich so, dass ich in vielleicht einem Drittel der Nächte einfach zwischen 1:00 und 2:30 Uhr wach werde und erst zwischen 4:00 und 5:00 Uhr weiterschlafen kann (und danach entsprechend bis ca. 8:30 Uhr schlafen muss, um ausgeschlafen zu sein). Lange Zeit habe ich das als Schlafstörung wahrgenommen und habe versucht, das irgendwie zu ändern – hat aber nie funktioniert. Da ich seit vielen Jahren wiederkehrende depressive Phasen habe und es gewöhnt bin, mich kritisch zu beobachten, habe ich auch mein Schlafverhalten als krankhaft eingestuft. Bis ich irgendwann in einer Doku über Schlaf erfahren habe, dass dieses Schlafverhalten einfach bei manchen (wenn auch nicht gerade vielen) Menschen so vorkommt, und dass man das “früher” als ganz normal angesehen hat. Es haben ja alle Menschen Schlafphasen, nur werden die meisten Menschen dazwischen nur für einen Moment wach und können dann gleich weiterschlafen. Seit ich das weiß, habe ich das für mich so akzeptiert und sehe meinen Schlaf nicht mehr als Problem. Es ist eben vieles nur Ansichtssache und eine Frage der kulturellen Deutung…

  2. Wolfgang

    Sehr interessanter Podcast den ich mir während einer Laufeinheit zu Gemüte geführt habe. Danke für die Kurzweiligkeit-die 10K sind wie im Flug vergangen. Ich hätte noch einen Zeitsprung-Themavorschlag: Enver Hoxha- Diktator von Albanien. Macht weiter so👍👍👍 Wolfgang

  3. Sven

    Hi und ein frohes neues Jahr!

    schöne Folge, der nächtliche Spaziergang ist sehr plastisch geschildert ;).

    Zwei kleine Anmerkungen; Kürzlich habe ich irgendwo gehört oder gelesen, dass der Blauanteil von Bildschirmen bezüglich seines Einflusses auf den Schlafrhythmus zu vernachlässigen sind, weit mehr wirkt sich wohl das aus, was Mann, Frau oder Kind in diesen Situationen üblicherweise tut; Fernsehen, Youtube, Buchhaltung, Spielen, sich über Pappansen in den Kommentarspalten der Intwerwebs aufregen, etc. All das ist der ruhigen und entspannten Nachtruhe viel weniger förderlich. Hört sich für mich stimmig an, kann ich stellenweise auch an mir selbst bestätigen. Vielleicht stolpere ich nocheinmal über die Quelle.

    Dann erwähnt Richard, dass man sich die Augen verderbe, wenn bei zu wenig Licht gelesen wird. Die Geschichte (ohne Anführungszeichen und Pause) hält sich Wacker, trifft aber nur zu wenn in der Wachstumsphase praktisch durchgehend bei schlechten Lichtbedingungen gelesen werden würde. Das fördert dann die für Kurzsichtigkeit. Da aber heute eh jedes Kind schon sehr früh sehr viel auf Bildschirme schaut, wird Kurzsichtigkeit wohl mittelfristig die neue Normalsichtigkeit.

    Viele Grüße
    Sven

    • Richard

      Servus Sven,

      vielen Dank für dein Feedback und deine Anmerkungen. Was den Blauanteil angeht: ich hab diesbezüglich auch schon mal etwas nachgelesen, und bin unter anderem auf eine Studie gestoßen, die dem blauen Licht sogar noch schädlichere Eigenschaften nachsagt: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5854379/ Aber es wär nicht Wissenschaft, wenn es was das blaue Licht angeht einen 100%igen Konsens gäbe.

      Danke auch für den Hinweis bezüglich der Augen, die man sich verdirbt. Ich glaub’ ich habs eh so formuliert, dass das ein damaliger Glaube war, aber natürlich damals nicht belegbar war. Die Kurzsichtigkeitstheorie die du ansprichst klingt aber logisch.

      Liebe Grüße,
      Richard

      • Sven

        Hallo Richard,

        intessanter Artikel, irgendwas ist ja immer. Andererseits, die Dosis macht’s. 5000 Lux non-stop für sieben Tage bei künstlich geweiteten Pupillen hört sich eher nach Kubrick an. Viel Strahlung ist schädlich. Eh klar ;).

        Die Sache mit den kaputten Augen vom Lesen bei zu wenig Licht wollte ich gar nicht Dir in die Schuhe schieben, das hört man aber irgendwie ständig irgendwo.

        Viele Grüße
        Sven

  4. Reinhard

    Wer einmal eine “richtige” Nacht erlebt hat, (wie wir einst auf Zypern einmal, oder in wenig bewohnter Gegend in Portugal) , in der man wirklich nicht einen Zentimeter weit sehen kann, die Hand vor Augen schon gar nicht oder seine eigenen Füße…. kann die damaligen Vorbehalte der Dunkelheit gegenüber sicher leichter verstehen.

  5. Jule

    Auch eine meiner Lieblingsfolgen. Habe sie mir gerade noch einmal angehört. Bin erkältet und zu schläfrig für körperliche Aktivität.

  6. Tatiana

    Was für eine schöne Erzählung, auch im “Sommer“ 2020. Richard, du solltest mal ein ganzes Hörbuch aufnehmen 😉. Schaurig-schöne Schlafgeschichten, oder so. Ich habe außerdem die ganze Zeit an den Erlkönig gedacht, als du uns so stimmungsvoll durch eine typische Nacht der frühen Neuzeit gelotst hast. Alter Schwede, geil.

  7. Simon

    Voll interessante Folge! Das mit dem aufgeteilten Schlaf kenn ich von meinen längeren Segeletappen über den Atlantik, da hat sich mein Schlafrhythmus auch so eingependelt, dass ich mitten in der Nacht auch immer so etwa zwei Stunden putzmunter war. Hab das als Kuriosität betrachtet und nicht weiter darüber nachgedacht. Von daher war’s sehr spannend zu erfahren dass unser heutiger durchgehender Schlaf ja eigentlich kulturell bedingt ist.

  8. Timo Rudolph

    Moin Moin,
    bin vllt etwas spät dran, aber habe eine Frage bezüglich dieser Folge.
    Es würde erwähnt, dass es Gang und Gebe war (im Winter) mitten in der Nacht aufzuwachen und so die Schlafphase zu strecken ohne wirklich länger zu schlafen, indem man einfach für zwei Stunden wach war und danach weiter schlief. Nun frage ich mich wie Jemand ohne Handy oder sonstigen Wecker steuert wann er aufwacht. Vielleicht ist mein geschichtliches Wissen auch nicht so umfangreich und die Lösung ist recht nahe liegend aber in meiner Vorstellung sind die Leute zu dieser Zeit aufgewacht weil es hell wurde oder durch das Krähen eines Hahnes.

    Noch kurzes Feedback und Lob,
    ihr beiden habt wirklich ein tollen und super interessanten Podcast aufgebaut. Bin gerade dabei alle Folgen die mich interessieren nachzuholen und bin begeistert. Muss auch sagen, dass die Qualität mit der Zeit zugenommen hat. Also die ersten Folgen sind mir teilweise zu kurz und nicht detailliert genug. Finde es recht angenehm wenn es eine Vorgeschichte, eine Hauptteil und eine Nachgeschichte gibt.
    Hoffe auf viele weitere interessante Themen in der Zukunft.
    Beste Grüße Timo

    • Christian

      Hi,

      auch wenn es schon etwas her ist, versuche ich mal eine Antwort: es geht weniger um gewolltes aufwachen, Unterbrechungen wurden als etwas natürliches gesehen. Wenn man Nachts wach wurde, hat man sich eben nicht stundenlang im Bett gewälzt und über Schlafstörungen gegrübelt, sondern es als was natürliches betrachtet und die Zeit soweit wie möglich genutzt. Und wer durchschlief, schlief eben durch, kein Wecker nötig.

      Einen Literaturhinweis zur Folge habe ich auch: “Guten Abend, Gute Nacht – Eine Kulturgeschichte des Schlafes” von Karoline Walter behandelt ausser diesem auch noch manches mehr rund ums Thema.

      Gruß

      Christian

  9. Der Von

    Auch eine meiner absoluten Lieblingsfolgen… Eine Frage/Anmerkung hätte ich noch, auch wenn die Folge schon ewig her ist. In einem Freilicht Museum (17./18. Jh., Bauernhäuser, Werkstätten, etc) fielen uns die kurzen Betten auf. Die Erklärung war, daß Menschen im Sitzen geschlafen haben, weil sie Angst hatten, im liegenden Schlaf zu sterben… Ist da was dran? Oder ein Mythos? Hat da jemand Input zu…?

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Seit sechs Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte. Das Besondere daran: der eine weiß nie, was der andere ihm erzählen wird. Dabei geht es um vergessene Ereignisse, außergewöhnliche Persönlichkeiten und überraschende Zusammenhänge der Geschichte aus allen Epochen.

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