GAG141: Die kurze Geschichte des Kokovorismus

Wir springen in dieser Episode an den Anfang des 20. Jahrhunderts. Schauplatz ist die sehr kleine Insel Kabakon im südpazifischen Bismarck-Archipel. Protagonist der Geschichte ist August Engelhardt, einst geborener Nürnberger, nun neugeborener Lebensreformer.

Im Dunstkreis eben dieser Lebensreformer entwickelt er einen neuen Kult, der sich gänzlich um nur eine Sache dreht: die Kokosnuss.

Der in der Episode erwähnte Artikel von Sebastian Huncke ist hier zu finden. In der Episode wurde es zwar nicht erwähnt, aber Sebastian Huncke hielt auch einen Vortrag im Rahmen eines Science Slams über August Engelhardt. Der ist hier zu finden.

Das Episodenbild ist ein Ausschnitt aus diesem Stich aus dem Jahr 1807, linzensiert durch die Wellcome Collection auf Basis einer CC 4.0 Lizenz.

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6 Replies to “GAG141: Die kurze Geschichte des Kokovorismus”

  1. Björn Bork

    Armer Tropf, der August. Er hat sich für die falsche „Frucht“ entschieden. Mit der „Echten Feige“(Ficus carica) wäre ihm das nicht passiert. Diese hat wohl als einzige Frucht die Eigenschaft, das sie auch bei einer Mono-Ernährung nicht zu Mangelerscheinungen führt. Hab ich gehört…

  2. Jule

    Au weia!
    Es gibt doch den schönen Ausdruck „eine hirnverbrannte Idee“.

    Also, nackt im Yogasitz ab vor die Palmen-Fototapete, die Salzkristalllampe angemacht und den alkoholfreien Pina Colada unter der Tageslichtlampe genießen.

  3. Dani

    Einer der gleichzeitig lustigsten und aktuellsten Beiträge bisher. Grandioses Beispiel dafür, dass man aus der Geschichte lernen sollte. *facepalm* ;o)

    Lg, Dani

  4. Linus

    Eine grandiose Geschichte, ich wollte sie schon selbst vorschlagen. Mir ist diese Geschichte dass erste mal, im Buch “Die unglaubliche Reise der Pflanzen” des italienischen Botanikers Stefan Mancuso, begegnet. In einer Beleuchtung der Verbreitungsgeschichte der Kokosnuss erzählt Mancuso die Geschichte der Kokovoren und stellt die These auf, dass Engelhardts Obsession mit ein Grund ist warum die genaue Herkunft der Kokosnuss bis heute nicht geklärt werden kann.

    Dazu schreibt er: “Anhänger und Touristen, die ihn im Laufe der Jahre auf seiner Insel besuchten, pflegte Engelhardt nämlich stets einige Kokosnüsse mitzugeben, damit sie die Gottheiten auf den Inseln und Atollen verteilten, die sie anschließend aufsuchten. Viele von ihnen taten es mit der für frisch Bekehrte typische Beflissenheit und trugen auf diese Weise aktiv zur Verbreitung der Kokospalme an Orten bei, an denen sie zuvor nicht existiert hatte. Und genau das führt uns zum größten Mysterium der Kokospalme. Denn inzwischen hat sie sich über die ganze Welt verbreitet, aber von woher sie ursprünglich stammt, ist nach wie vor unklar.”

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