GAG298: Die Grüne Fee und der Absinthismus


Wir springen in dieser Folge ins 18. Jahrhundert, in welchem ein französischer Arzt namens Pierre Ordinaire ein Getränk erfindet, das Frankreich – und die Welt – nachhaltig prägen sollte.

Das Getränk: Absinth! Wir sprechen über den Ursprung, seine Erfolgsgeschichte und schließlich sein eigenes Krankheitsbild: den Absinthismus.

Das Episodenbild zeigt das in der Folge besprochene Gemälde von Edouard Manet, Der Absinthtrinker.

Das erwähnte Buch heißt “Absinthe – Die Wiederkehr der Grünen Fee” von Mathias Bröckers, Chris Heidrich und Roger Liggenstorfer.

Das erwähnte Paper zum Absinthismus heißt “Absinthism: a fictitious 19th century syndrome with present impact” und gibt’s hier nachzulesen.


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10 Replies to “GAG298: Die Grüne Fee und der Absinthismus”

  1. Jan K

    Eine tolle Folge zu einem spannenden und recht unübersichtlichen Thema.
    Vor allem in Party-Hochburgen wie etwa Prag wird Absinth gern mit seinen bewusstseinserweiternden Eigenschaften beworben.
    Neben der klassischen “Grünen Fee”, wird Absinth auch gern in anderen Farben angeboten von gelb, rot bis blau, schwarz und lila (meist mit verschiedenen Alkoholgehalten).

    Andere Anis (Raki, Ouzo) oder Wermut (Martini) Destillate waren vom Verbot ausgenommen, wieso wurde es dennoch erst so spät gekippt?

    • Richard

      Danke dir! Dass es in Prag so beliebt ist, wundert mich nicht. Ich habs in der Folge nicht erwähnt, aber in der Tschechien war Absinth nie verboten, Prag eignet sich daher gut als eine Stadt, um Absinthfans anzulocken.

      Was das Verbot angeht: ebenfalls nicht erwähnt hab ich, dass in Frankreich 1915 auch Anisliköre generell verboten waren. Ich nehm an, Wermut war kein Problem, weil nicht annähernd so hochprozentig wie Absinth (und wahrscheinlich auch weniger Wermutanteil, und damit weniger Thujon).

      Das Verbot wurde schließlich gekippt, weil Absinth eben nicht in allen europäischen Ländern verboten war, und nach neueren Analysen der Thujongehalt eben nicht so hoch war, wie angenommen (abgesehen davon, dass die Effekte des Thujons wohl auch maßlos übertrieben dargestellt worden waren). Der Erlass der EU hatte dann zum Ziel, das Handelshemmniss für jene Staaten, in denen Absinth verboten war, zu entfernen und den Handel damit zu harmonisieren.

      • Jonathan

        Hallo zusammen – danke für die Folge!

        Ich war selbst schon einige Male im Val-de-Travers und konnte auch schon Destillerien besichtigen und habe dort natürlich auch Absinth degustiert.
        Auf den Kommentar mit Prags kunterbunten Absinthsorten habe ich fast gewartet 😉 Dazu passen würden natürlich auch “Absinth”-Varianten mit absurd hohen Alkoholgehalten (80% und höher) und möglichst spektakulären Trinkritualen, am besten mit viel Feuer.
        Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass “Absinth”, welcher in Partylokalen verkauft wird, mit dem Absinth, den man im Val-de-Travers erhält, wenig bis gar nichts zu tun hat.

        Einen qualitativ hochwertigen Absinth würde man geschmacklich völlig ruinieren, wenn man ihn anzünden würde. Wie bei einem Wein spielt nämlich auch bei Absinth der Geruch eine grosse Rolle. Würde man diese neumodische Variante in einem Restaurant, einer Bar oder gar bei einer Degustation im Val-de-Travers verlangen, kann man sich auf einen längeren Vortrag einstellen, in dem einem klargemacht wird, wieso dieses Feuerritual ein absolutes No-Go sei. Alternativ gibt es in der Gegend auch viele Mistgabeln, mit denen Barbaren aus dem Tal gejagt werden können. 😉

        Die in der Folge erwähnte Trinkweise (Kaltes Wasser aus dem Absinthbrunnen durch den Löffel ins Glas tröpfeln lassen) entspricht der im Val-de-Travers bevorzugten Trinkart. Dabei ist es möglich, aber nicht zwingend, einen Zuckerwürfel auf den Löffel zu legen. Meiner Erfahrung nach wird in der Schweiz meistens kein Zucker dazugegeben, im benachbarten Pontarlier (F) dagegen eher schon. Dort steht übrigens auch Pernods erwähnte Destillerie.

        Beste Grüsse und merci für die gelungene Folge!

        • Albert D.

          Noch ein Schriftsteller, der dem Absinth auf den Leim gegangen ist:

          “After the first glass of absinthe you see things as you wish they were. After the second you see them as they are not. Finally you see things as they really are, and that is the most horrible thing in the world. ” Oscar Wilde

          Vielen Dank für die spannende Folge und liebe Grüsse von einem Deutschschweizer im Neuenburger Exil.

      • Rainer

        welches waren diese Länder, in denen Absinth nie verboten war? mir sind nur Tschechien und Portugal bekannt, ich habe Ende der 80er und in den frühen 90ern an der Algarve den einen oder anderen Absinth getrunken.

  2. Uli

    Danke für eure Podcasts im Allgemeinen und für diese Ausgabe im Besonderen. Zur Vervollständigung: es gibt eine italienische Metalband 😉https://de.wikipedia.org/wiki/Absinthium_(Band)
    VG

  3. Lautenschlager Isabel

    Ist euch bekannt, dass der Absinth der Erforschung der Hydrogeologie des Jura schon mal (unfreiwillig) einen Dienst geleistet hat?
    Siehe hier:

    „Ein unfreiwilliger Färbeversuch fand im Jahr 1901 statt, als bei einem Brand auf dem Gelände des Unternehmens Pernod in Pontarlier im französischen Jura das Feuer auf das Absinth-Lager überzugreifen drohte. Um einen Brand des Alkohols und die damit verbundene Explosionsgefahr zu vermeiden, öffnete ein Angestellter die Fässer, worauf eine Million Liter des hochprozentigen Absinths in den Doubs floss, dessen Wasser infolge des Louche-Effekts milchig wurde und den typischen Anisgeruch verströmte. Zwei Tage darauf trat an der 15 Kilometer entfernten Quelle der Loue das gleiche milchige Wasser aus. Demnach müssen im Flussbett des Doubs Schlucklöcher vorliegen, die einen Teil des Flusswassers ableiten und unterirdisch die Louequelle speisen.“
    Quellen: Wikipedia / Färbeversuch
    Undhttps://www.showcaves.com/german/explain/Karst/KarstSpring.html

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Seit sechs Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte. Das Besondere daran: der eine weiß nie, was der andere ihm erzählen wird. Dabei geht es um vergessene Ereignisse, außergewöhnliche Persönlichkeiten und überraschende Zusammenhänge der Geschichte aus allen Epochen.

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