GAG295: Die Verwandlung des Axolotls


1804 gelangten erstmals zwei Axolotl nach Europa. Eigentlich leben sie nur in den Feuchtgebieten am südlichen Rand von Mexiko-Stadt. Und die beiden toten Tiere, die der Naturforscher Alexander von Humboldt an das Naturhistorische Museum in Paris geschickt hatte, stellte die Forscher vor ein Rätsel. Handelt es sich bei den Tieren um Larven oder sind es bereits geschlechtsreife, ausgewachsene Exemplare?

60 Jahre später erreichten dann lebende Axolotl Europa, 34 Stück. Und aus diesen 34 Exemplaren entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten eine riesige europäische Axolotl-Population, die aus mehreren Zehntausend Exemplaren bestand und Hand in Hand ging mit der Verbreitung von Aquarien. Das Rätsel um die Axolotl konnte schließlich eine Frau lösen, der eine akademische Unikarriere verwehrt blieb: Marie von Chauvin. In zahlreichen Experimenten konnte sie zeigen, dass die Axolotl sich in lungenatmende Querzahnmolche verwandeln können, aber beide Formen geschlechtsreif sind.

In dieser Folge begleiten wir die Axolotl auf ihrem Weg von einer endemischen Amphibienart in Mexiko, zu einem globalen Labortier, das aus der Schilddrüsenforschung nicht mehr wegzudenken und in zahlreichen Heimaquarien Zuhause ist.

Wer weiterlesen möchte, wird in diesem Buch fündig: Christian Reiß, „Der Axolotl. Ein Labortier im Heimaquarium“. Vielen Dank an Margit für den Hinweis.

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20 Antworten auf „GAG295: Die Verwandlung des Axolotls“

WOW! Ich wusste, dass Axolotls exzitieren, allerdings dachte ich, dass sie nur gerne als Haustiere gehalten werden und nicht dass man sie für Experimente ausnützt. Auch wenn die Fähigkeiten der Axolotls ein großes Forschungsfeld ist, bin ich kein Freund von Tierexperimenten.
Aber wieder konnte ich viel Neues dazu lernen. Was mich allerdings interessieren würde ist, ob Genmanipulation ,bei dem Zwingen von “Wasser auf Land” mit spielt.

Wieder mal eine tolle und unterhaltsame Folge!
Richard hat am Schluss aber einen geradezu schändlichen und unentschuldbaren Fehler begangen: Nicht Gremlins entwickeln sich, wenn sie nach Mitternacht gefüttert und nass werden, sondern sie sind selbst das Ergebnis der Metamorphose, die Mogwais durchlaufen, wenn sie nass und nach Mitternacht gefüttert werden. Also wirklich!!😂
Ich werde euch aber natürlich trotzdem weiter hören.😉

Ich habe die ganze Zeit auf die Sache mit den nachwachsenden Gliedmaßen gewartet! Das ist natürlich ein wichtiges Forschungsfeld. Zum Beispiel in Bezug auf die Haut bei Brandopfern. Mir ging es dann am Ende wie Richard. Diese sensationelle Fähigkeit wird am Ende nur in einem Nebensatz erwähnt?!
Trotzdem natürlich vielen Dank für den historischen Hintergrund! Ich behandel das Toer gerne im Unterricht und weiß jetzt wesentlich mehr darüber.

Schön das Vorgeplänkel. Das Erstaunen darüber, dass euch eure Beiträge nachher missfallen, aber das Publikum zufrieden ist. Hahaha, wir kennen’s ja halt nicht besser. 🙂

Ja, hat mich auch schmunzeln lassen. Impostor-Syndrom, soso.

Da frage ich mich zum einen, wie cool wohl eine Folge wäre, mit der ihr so richtig zufrieden wärt und zum anderen, ob dem ohnehin begeisterten Publikum, das überhaupt auffallen würde.

Sehr schön Geschichte, hoffentlich mit baldiger Fortsetzung!

Richard, eine redaktionelle Kleinigkeit: Die Direktlinks zu den Audiodateien unter den Shownotes fehlen wieder. (Das hat mich aber nicht vom Hören abgehalten, da die MP3 im RSS-Feed verlinkt ist.)

(Ah, unter der falschen Folge kommentiert! Mein letzter Kommentar gehört zu Erwin Kreuz, Folge von letzter Woche.)

Pokemon… Da musste ich lachen. Schöne Geschichte hinsichtlich Aquarium. Dass die nachwachsenden Gliedmaßen nur am Rande erwähnt wurden, kann man nun wirklich nicht kritisieren, es ist ein Geschichtspodcast. Außerdem versteht unsereins vermutlich sowieso nicht was es diesbezüglich für Forschungsergebnisse gibt, wenn es denn welche gibt…

Nachwachsende Glieder spielen in der Esoterik im Zusammenhang mit “Indigo-“Kindern eine Rolle. Dem Geschwätz Quergläubiger zufolge sind einem Kind Beine nachgewachsen, weil es glaubte, ein Axolotl zu sein.

Aloha. Wieder eine sehr schöne Folge.
War schon eine knappe Geschichte, sich nicht zu sehr in der Biologie zu verfangen und den Bogen zur Geschichte zu packen.
Gut gemacht, Daniel 😉

Zum Thema Metal: Es gibt eine Metal-Band aus Gelsenkirchen, die “Axolotl” heißt 😀

Vielen Dank für die mal wieder sehr schöne Folge!
Am gleichen Abend habe ich eine Dokumentation über Imelda Marcos gesehen und da ging es u.a. um eine eher tragische und ungeplante Auswilderung bzw. Akklimatisierung.

In den 70er Jahren hat sich die Frau des Diktators Ferdinand Marcos auf der Insel Calauit in den Philippinen einen privaten Wildpark mit Tieren aus Kenia angelegt. Nach dem Volksaufstand und der Flucht der Marcos-Familie verwahrloste der Park zusehends und die Tiere leben nun “frei” auf der Insel. Einigen von ihnen geht es wohl derart gut in der Umgebung, dass sie sich rege vermehren. Eine erfolgreiche Auswilderung? Expert*innen sind sehr besorgt um die Folgen von Inzest und Krankheiten, die es in Kenia nicht gibt und gegen die die Tiere daher nicht die nötigen Abwehrmechanismen besitzen. Die Bilder in der Dokumentation erinnern an eine düstere Heterotopie, an Life of Pie als Apokalypse…

https://taz.de/!1265387/
hier ein interessanter Artikel hierzu.

Beste Grüße aus München

Danke für die interessante Folge. Eine Ergänzung zur Kulturgeschichte: Der Axolotl tauchte bei Hegemann nicht zum ersten Mal in der Literatur auf. Es gibt eine wundervolle, gruselig-kafkaeske Kurzgeschichte von Julio Cortázar mit dem Titel “Axolotl”.

Sehr interessante Podcast Folge!
Ich wusste vorher gar nichts über den Axolotl und jetzt fühl ich mich aber tatsächlich sehr gut informiert!
Ich fand die Erklärung der Metamorphose sehr gut und interessant, ebenfalls auch die Information , dass sie sich Teile ihres Körpers nachbilden können, darüber hätte ich gerne noch bisschen mehr hören können, aber es war sehr informativ und ein gut gelungener Podcast!

Liebe Grüße Nina.

Und siehe da, ihr macht eine Folge, in der Daniel erwähnt, dass es keinen Wikipedia-Artikel zu Marie von Chauvin gibt und am selben Abend (!) erstellt jemand den entsprechenden Artikel.

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