GAG552: Gráinne Ní Mháill und die Geburt eines Mythos
Wir springen in dieser Folge ins Irland des 16. Jahrhunderts. Hier steigt Gráinne Ní Mháill, auf Englisch Grace O’Malley, zu einer der mächtigsten Frauen der Westküste auf. Wir haben es vor allem einem Besuch bei der englischen Monarchin Elizabeth I. zu verdanken, dass wir sie heute überhaupt als historische Person zu fassen kriegen.
Wir sprechen über ihr Leben, ihr Wirken und weshalb sie heute gerne auch als Piratenkönigin Irlands bezeichnet wird.
Erwähnte Folgen
- GAG509: Filmreife Flucht – https://gadg.fm/509
Literatur
- Chambers, Anne. Pirate Queen of Ireland: The Adventures of Grace O’Malley. Cork: The Collins Press, 2014.
- Sjoholm, Barbara. The Pirate Queen: In Search of Grace O’Malley and Other Legendary Women of the Sea. Seattle: Seal Press, 2004.
- Murray, Theresa D. “Gráinne Mhaol, Pirate Queen of Connacht: Behind the Legend.” History Ireland. https://historyireland.com/grainne-mhaol-pirate-queen-of-connacht-behind-the-legend/ (abgerufen am 12. April 2026).
- Maume, Patrick. “Containing Granuaile: Grace O’Malley in Two Nineteenth-Century Novels.” New Hibernia Review / Iris Éireannach Nua 19, no. 1 (2015).
Das Episodenbild zeigt eine Darstellung des Besuchs bei Elizabeth, aus der Anthologia Hibernica.
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Ästuare sind auch unter dem deutschen Begriff Trichtermündung bekannt.
Trichtermündung trifft es nicht vollständig. Entscheidend ist die Beeinflussung durch die Gezeiten, in Deutschland wäre das etwa bei der Unterelbe, in England bei der Themse und dem Mersey der Fall (nur Beispiele). Die Gezeitenströmung sorgt dafür, dass die Erosion im Trichter größer ist als die Sedimentation. Typischerweise entstehen am inneren Ende des Trichters, der einen natürlichen Hafen bildet, Hafen- bzw. Handelsstädte.
Endlich Irland!
Meine Bekannte Grainne in Kilkee, Clare würde mich aber mit ihren Blicken töten, wenn ich sie „Grannje“ ansprechen täte. Es ist eher Gronnje“ mit einem dunklen o wie in Galway oder in „schloofö“ auf Gaißauerisch.
Mayo gibt es schon mal als Mayo wie Pommes-Ketchup-Mayo, aber viel öfter höre ich es als „Meijo“ (wie der englische Mai).
Und der Donal ist der „Dough-nell“, keinesfalls der DonAl mit offenem A.
Aber genug der Schnouröwagglarey, DANKE für Irland Content und vor allem für die unerwartete und mir unbekannte Ecke der irischen Raumzeit.
Ihr habt die These aufgestellt, dass wenn man eine Bildersuche nach „Gráinne Ní Mháill“ startet, sehr viele Bilder kommen, die aussehen als wären sie direkt aus „Fluch der Karibik“ entsprungen. Das wollte ich gleich mal ausprobieren. Ein paar sind tatsächlich dabei. Aber die meisten Ergebnisse verweisen auf GaG (gute SEO).
Für diesen Screenshot habe ich extra ein privates Browserfenster benutzt, um das Ergebnis nicht zu verfälschen:
https://marthomas.de/download/2026-04-23–Grainne-Ni-Mhaill.jpg
Liebe Herren vielleicht wäre zum Thema Irland auch „the great famine“ eine Idee. Man hat euch ja darauf geeinigt die Katastrophe auf die kartoffelfäule zu schieben – die Hintergründe und dass allein zu jener Zeit immer noch Tonnen von Kartoffeln AUS Irland nach England exportiert worden, sind aber dann doch vielfältiger. Herzliche Grüße Marianne
Ihr hättet noch ‘ Óró sé do bheatha abhaile’ erwähnen, oder kurz anspielen können. Dieses Lied ist – neben der Nationalhymne – der berühmteste gällische Song des Irischen Nationalismus. Der Liedtext handelt, in seiner gebräuchlichsten Version, von Grace O’Malley. Die volunteers der (ursprünglichen) IRA haben den Song bspw. während des Unabhängigkeitskrieges gebraucht. Er ist wahrscheinlich das Artefakt der nationalistischen Mythologisierung der historischen Figur von O’Malley, die ihr in der Episode angesprochen habt.
‘authentische’ Gällische Variante des Songs. Die Variante der Wolf Tones ist wahrscheinlich die berühmtere.
https://m.youtube.com/watch?v=ncZc7GwpVXU&list=RDncZc7GwpVXU&start_radio=1&pp=ygUYb3JvIHNlIGRvIGJoZWF0aGEgYmhhaWxloAcB
Lieber Richard,
vielen Dank für die Folge! Da ich im County Mayo in Irland wohne, war die Folge besonders interessant für mich. Witzig ist deine Aussprache von Mayo, das man nicht mit einem a wie in der deutschen Mayonaise ausspricht, sondern wie in dem englischen Namen des Monats May.
Auch sehr unterhaltsam für jemanden, der sowohl in Mayo als auch schon im Norden im County Donegal gewohnt hat, ist, wie du die Clanchefs vorstellst, zum Beispiel ein gewisser O’Rourke aus dem Raum Mayo oder ein gewisser O’Donell aus dem Norden. Das Lustige ist nämlich, dass im Norden fast jeder O’Donell heißt – so zum Beispiel mein alter Vermieter – (der Name heißt nämlich auch nur “aus Donegal) und auch hier in Mayo ist der Name O’Rourke völlig normal wie in Deutschland Müller, Maier, Schulze.
Aber insgesamt eine echt spannende Folge, vielen Dank!
Schöne Folge – zeitlich wie regional.
Beim Thema der Durchsetzung des des eigenen rechts erinnert man sich an die Geschichte um Michael Kohlhaas – zeitlich nicht so weit entfernt.
Bei den Joyces denkt man unmittelbar an James Joyce der aus diesem Clan hervorging – ebenso wie „Lord Haw Haw“, eine etwas ungünstiösere Gestalt der jüngeren englischen Geschichte.
Estuary würde ich in den aller regel als (Fluss)mündungsbucht übersetzen.
Danke für diese Folge!
ich habe tatsächlich den Roman “Die Piratenkönigin” von Diana Norman gelesen und viele viele Namen kamen jetzt hier in der Folge vor. ❤️
Da muss ich den Roman gleich noch Mal lesen.