GAG549: Coca und Cola
Eine Geschichte über Vin Mariani und die Entstehung eines recht bekannten Getränks
Ab 1863 verkaufte der korsische Apotheker Angelo Mariani einen besonderen Wein, der recht bald in Europa und Nordamerika zu einem Modegetränk wurde und der sogar den Papst begeisterte. Der Grund für seine rasche Verbreitung war aber weniger der Wein, sondern eine weitere Zutat: Coca-Blätter.
Wir sprechen in der Folge darüber, wie Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr Coca-Produkte auf den Markt kamen – später verboten wurden – und wie ein von Mariani inspirierter Coca-Wein in den USA über Umwege zu einer der bekanntesten Marken der Welt wurde.
Podcaster (Reflektor) und Musiker (Tocotronic) Jan Müller ist zu Gast in dieser Folge und hat mit uns nicht nur über die Anfänge von Coca-Cola gesprochen, sondern auch heimliche Botschaften in Schallplattenrillen verraten.
Erwähnte Folgen
- GAG432: Ein bitteres Heilmittel – https://gadg.fm/432
- GAG263: Lavoisier und die Entdeckung des Sauerstoffs – https://gadg.fm/263
Literatur
- Kim Embrey: Coca and the Victorians. From Botanical Curiosity to Regulated Drug, 1835-1912. Transcript Verlag, 2025.
- Mark Pendergrast: For God, Country and Coca-Cola. The Definitive History of the Great American Soft Drink and the Company That Makes, 2013.
- Aymon de Lestrange: Coca Wine. Angelo Mariani’s Miraculous Elixir and the Birth of Modern Advertising, 2018.
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Ich muss sagen, kurz dachte ich an einen Aprilscherz: Papst als Testimonial, Coca-Wein-Gemisch für Kinder, viel sprach dafür! Möchte dir, Richard, statt Dr.PepperCherry übrigens an dieser Stelle, wenn überhaupt Soft-Drink, ein gutes Chinotto empfehlen, von Lurisia z.B.
Tolle Folge!
Als ich vom Vin Mariani hörte, musste ich sofort schmunzeln – den kannte ich noch aus dem Studium. Damals entstand bei einem langen Weinabend mit Freunden unsere eigene Kreation: der Vin Matiani. Zwei Teile Wein, ein Teil Mate – für die, die gleichzeitig wach und beschwingt bleiben wollen. Ohne Coca, aber trotzdem mit südamerikanischem Wachmacher.
Wenn ihr in der Folge schon so viele kuriose Getränke erwähnt – dieser hier verdient seinen Platz in der Geschichte.
In dem Sinne hebe ich mein Colamilchglas und sage: Prost!
Das Cola, das Brezel, der Butter und der Radio.
So nämlich.
Und ja, Coca Cola schmeckt unterschiedlich. Auch innerhalb eines Landes. Hängt vom Wasser ab. Diverse Cola Sommeliers in meinem Umfeld behaupten aus den 0,2 Glasflaschen schmeckt es am besten
Gute Folge, interessant und überraschende Entwicklungen…..
Mir nicht gefallen hat die Dreier Runde, die schon viel gelabert hat.
Gerade am Anfang.
Auch wieder mal festgestellt, dass man bei manchen das Ablesen auch Hören kann.
Das Cola, das Brezel, der Butter und der Radio – so nämlich!
Danke, tolle Folge. Und der Name für das Colamilch-Getränk?
Mix mir mal nen Tocotronic oder Tocotonic? Ist ja kein Tonic drin.
ach ja, unterschiedlicher Geschmack von Cola.
Ich kenne Leute, die schwören drauf, dass Cola aus den 0,2 l Glasflaschen am besten schmeckt, weil es in einer ganz bestimmten Stadt abgefüllt wird und das Wasser dort eben einen bestimmen Mineraliengehalt hat.
Wer schon mal Kaffee mit unterschiedlichen wässern zubereitet hat (Mineralwasser aus der Falsche, Leitungsheimer, etc.) weiß wovon die reden.
Es soll ja Leute geben, die immer ihr eigenes Wasser für die Teezubereitung auf Reisen mitnehmen.
Ich hatte mal in Thomasville, Alabama ein Glas Cola in einem Restaurant, und es schmeckte nach Chlor. Offenbar wird dort das Leitungswasser mit Chlor versetzt. Kann ich nicht empfehlen.
Es ist nicht das Wasser, das das wird massiv aufbereitet. Der Grund für den Geschmacksunterschied ist die Glasflasche, die für sich selbst im Gegensatz zu den PET-Flaschen völlig neutral ist und vor allem keine Kohlensäure durch Diffusion verliert. Dazu kommt noch die Größe der Flaschen, denn die kleine Menge von 0,2 Litern führt dazu, das sie ausgetrunken ist, bevor sie schal wird.
Liebe und besondere Grüße nach Thüringen, dahin wo Coca Cola nur Nr. 2 ist – nach Vita Cola! Mein Favorit und „nicht so süß!“ 🙂
Ich habe hier ein passendes Plakat aus Dubrovnik: https://share.icloud.com/photos/003BfK-w-6zmKSHFbyABLH3Ow
Großartige Folge, und gratuliere zu der Kooperation mit Jan Müller. Ich zähle mich auch zu den Coca Cola Liebhabern, am liebsten eiskalt aus der Glasflasche.
Ein wichtiger Aspekt warum das Kokain aus Coca Cola entfernt wurde, wurde nicht erwähnt.
Rassismus. Der Verkauf von Cola in der Flasche ermöglichte es Schwarzen, denen der Zugang zu Soda Shops oder Pharmacies, wie die Läden auch heißen und von denen es immer noch einige gibt, verwehrt wurde. Selbst im Wikipedia Artikel wird es erwähnt. Ein nicht unerwähnenswertes Detail.
Gerade in einem Bundesstaat wie Georgia wo Coca Cola ja Zuhause ist und der eine reiche Geschichte der Sklaverei und Rassentrennung hat.
Mucha hiess der Maler, nicht Muscha
Endlich bin ich nach 2 Jahren auch synchron. Tolle Folge mit Gast Jan Müller. Das erste Tocotronic Album steht bei mir auch im Regal. Bin zwar nicht nicht so ein riesen Fan wie Daniel, aber hab Tocotronic auch schon live erlebt . Macht weiter so, ich freu mich auf viele weitere Folgen. In meiner Familie wird immer diskutiert ob es der Schrank oder das Schrank heisst.
Ha! Diese Folge geht runter wie ein Glas Cola,
ich bin tatsächlich exzesssiver Cola-Trinker (bevorzugt ein anderer Hersteller, ohne Zucker, und abends auch ohne Koffein) habe ich diese Folge sehr genossen. (und musste direkt bei discogs nach der erwähnten Toco-Single schauen 🙂
wusstest ihr, dass das Logo der Band „Chicago“ bewusst in Anlehnung an das Logo von Coca Cola designt wurde?
Musikalische Grüße
Freud hat seinen Freund Fleischl-Marxow (https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Fleischl_von_Marxow) mit Kokain behandelt, um ihn von der Morphiumsucht zu kurieren. Fleischl wurde kokainsüchtig und nahm zeitweise beide Substanzen. Freud ist mit dem Fehler nicht seriös umgegangen: er hat versucht, den Fall herunterzuspielen, die Suchtgefahr falsch darzustellen und sich weißzuwaschen. An Freuds intensiver Werbung für Kokain als Morphiumersatz waren in seiner Darstellung andere Leute schuld. Näheres in „Why Freud Was Wrong“ von Richard Webster.
Passend dazu auch die sehenswerte Serie “The Knick”, lose basierend auf der Biographie von William Halstedt, amerikanischer Chirurg, dieser kurierte seine Kokainsucht mit Morphium – leider wurde er dann davon abhängig.
Es zeigt sich: Zwei Köche verderben den Brei nicht. 😉
Ich war anfangs skeptisch, aber diese Modifikation des Formats war (wie die „normalen“ Folgen auch immer) sehr schön anzuhören.
Danke für eure Arbeit btw
Jetzt bitte eine Folge über Fanta – laut Donald Trump kann sie Krebszellen töten !!
https://www.theguardian.com/us-news/2026/apr/15/trump-diet-coke-soda-kills-cancer
Unterschiedliche Mischungen von Sirup und Wasser sind in der Gastronomie kaum zu erwarten. Vor allen die Betriebe mit wenig oder moderatem Umsatz der dunklen Blubbelbrause bevorzugen die Lieferung als ‚premix‘, das bedeutet, das die Cola fertig angemischt in 10 oder 20 Liter Edelstahlbombe geliefert werden und vor Ort nur noch mit Kohlensäure versetzt werden. Im Gegensatz dazu haben die großen Abnehmer, alle voran die großen Kinoketten anlagen zum ‚postmix‘ in denen der Sirup vor Ort mit gereinigtem Leitungswasser und Kohlesäure zum fertigen Getränk aufgemischt wird. Die Anlage kommt incl. Steuerung, Wartung und ‚Sirup-Abo‘ vom lokalen Vertreter der Sirupmarke. Der postmix ist schon wegen den deutlich reduzierten Trasportkosten für den Gastronom billiger, lohnt sich aber wegen des überraschend kurzen Haltbarkeitdatum eines angebrochenen Sirupgebindes nur für Betriebe mir höhen umsatzmenge, da ansonsten viel zu viel Sirup entsorgt werden muss. Der Unterschied ist, das in einer 10Liter premix-Bombe rd. 33 Portionen 0,3L sind, aus einem 10 Liter Sirupgebinde, wenn ich mich richtig erinnere (es ist schon zu lange her, das ich in der Branche gearbeitet habe, als das ich mich noch genau erinnern könnte) bei „1+5,5“, zweihundert Gläser gefüllt werden können. Wenn der tägliche Umsatz an dunkler Brause nicht hoch genug ist, wird regelmäßig das Verfallsdatum überschritten, was zu massiven finanziellen Verlusten führt.
Das ist der Grund, dass vor Allem in der Gastronomie, in der Softdrinks zum Nebengeschäft gehören, die Mischung und auch die Temperatur immer stimmt.
Im Vorgriff auf den Feedbackteil der nächsten Folge:
Im Ruhrgebiet gab es zumindest in den Siebzigern und Achtzigern zwei unvereinbare Fraktionen von Biermischgetränkeliebhabern. Die Einen nannten die Mischung von Altbier und Cola „Krefelder“, die anderen bezeichneten das gleiche Getränk als „Diesel“
Sogar die Schrauber-Szene setzt auf Coca-Cola: zum Entrosten des Inneren eines Motorrad-Tanks ist der Sprudel das günstigste Mittel der Wahl. Die Phosphorsäure does the trick. Ich bin mir nur nicht mehr sicher, ob es tatsächlich über Nacht funktioniert oder doch 24 Stunden braucht.