GAG457: Die Ermordung des Burgunderherzogs

Im September 1419 lässt der französische Thronfolger, der spätere Karl VII., den Burgunderherzog Johann Ohnefurcht ermorden. Es war der Höhepunkt des Bürgerkriegs der Armagnacs und Bourguignons, der Frankreich an den Rand einer Niederlage mitten im Hundertjährigen Krieg gegen England führte. Heinrich V. wähnte sich bereits am Ziel. Er sollte das Erbe des regierungsunfähigen, französischen Königs antreten.

Wir sprechen in der Folge über das „burgundische Jahrhundert“ und den Aufstieg und Fall des Burgunderreichs. Ein Herzogtum, das unter vier Herzögen, vielen Intrigen, Morden und Kriegen zu einem wichtigen europäischen Machtfaktor wird – und innerhalb kürzester Zeit wieder zerfällt.

Literatur

  • Bart van Loo: Burgund, das verschwundene Reich. Eine Geschichte von 1111 Jahren und einem Tag

Erwähnte Folgen

AUS UNSERER WERBUNG

Du möchtest mehr über unsere Werbepartner erfahren? Hier findest du alle Infos & Rabatte!

Wir haben auch ein Buch geschrieben: Wer es erwerben will, es ist überall im Handel, aber auch direkt über den Verlag zu erwerben: https://www.piper.de/buecher/geschichten-aus-der-geschichte-isbn-978-3-492-06363-0

Wer Becher, T-Shirts oder Hoodies erwerben will: Die gibt’s unter https://geschichte.shop

Wer unsere Folgen lieber ohne Werbung anhören will, kann das über eine kleine Unterstützung auf Steady oder ein Abo des GeschichteFM-Plus Kanals auf Apple Podcasts tun.

Wir freuen uns, wenn ihr den Podcast bei Apple Podcasts oder grundsätzlich wo immer dies möglich ist rezensiert oder bewertet.

Wir freuen uns auch immer, wenn ihr euren Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen oder sogar Nachbarinnen und Nachbarn von uns erzählt!


7 Replies to “GAG457: Die Ermordung des Burgunderherzogs”

  1. Hennes

    Hallo aus Frankreich!
    Wie oft eine exzellente geschichtsträchtige Geschichte! Und die kurze Zusammenfassung war mehrere Bücher wert!

    Zwei Anmerkungen vielleicht
    1) Das gu aus „Bourguignon“ wird wie das g aus Burgund ausgesprochen.
    2) es hätte darauf hingewiesen können, das die „Etats bourguignons“, auch „staatlich“ sehr heterogen waren:
    – das Herzogtum von Bourgogne war eine Apanage des französischen Königreiches
    – die Franche-Comté (die burgundische Pfalzgrafschaft) und Flandern „gehörten“ maßgeblich dem HRR
    Diese doppelte Natur erlaubte dem Haus Burgund das beschriebene Spiel zwischen „Frankreich“ und dem HRR

    Herzliche Grüße
    Vianney Hennes

  2. Kai-Uwe

    Interessante Folge, aber ihr stellt verstärkt auf Ereignisgeschichte ab. Etwas mehr Einbettung in die Zeit, das Verständnis, die Motivation fände ich sinnvoller.
    Freundliche Grüße
    Kai-Uwe

    • Riet ( Flämin Brügge)

      Heutzutage wird der Begriff Burgunder nicht mehr für eine Bevölkerungsgruppe, sondern für einen Lebensstil verwendet. Burgundisch ist ein Lebensstil, bei dem „Genuss“ im Mittelpunkt steht. Damit verbunden ist vor allem schmackhaftes, reichhaltiges und raffiniertes Essen. Auch gut feiern können gehört dazu. Der Begriff bezieht sich auf das 15. Jahrhundert, in dem die französische Königsfamilie und die Herzöge von Burgund ihre Macht auf die Niederlande ausdehnten.

  3. Manfred Polak

    Moin!

    Wieder ein gewohnt informativer Beitrag. Ich muss nur den marginalen Tadel aussprechen, dass meine bayerische Heimat Bayern [1] mit keinem Wort erwähnt wurde. Dabei kamen zwei wichtige Frauen in dieser Geschichte von dort.

    Die mehrfach erwähnte Königin Isabeau, Frau von Karl VI. und Mutter von Karl VII., war eine Prinzessin aus dem Haus Wittelsbach. In Frankreich nennt man sie deshalb Isabeau de Bavière, eigentlich hieß sie Elisabeth.

    Aber auch die Frau des ermordeten Herzogs Johann Ohnefurcht und Mutter seines Nachfolgers Philipp des Guten, die weniger bekannte Margarete von Bayern, war eine Wittelsbacherin. Sie besuchte ihre etwas jüngere entfernte Verwandte Isabeau regelmäßig in Paris.

    Noch eine dritte Wittelsbacherin war in die burgundischen Angelegenheiten des 15. Jahrhunderts verstrickt, eine gewisse Jakobäa (niederländisch Jacoba, franz. Jacqueline). Sie stammte wie ihre Tante Margarete aus dem wittelsbachischen Zweig Straubing-Holland, der Besitzungen im Hennegau (im heutigen Belgien und Nordfrankreich) und in Holland und Zeeland hatte. Jakobäa war also nicht durch Heirat, sondern durch Geburt dort engagiert. Aber sie musste ihre Gebiete letztlich an ihren Cousin Philipp den Guten abtreten, was zu dessen Konsolidierung des burgundischen Staatsgebiets (und damit indirekt zur späteren Herrschaft der Habsburger dort) beitrug.

    [1] Ja, das war eine kleine Reverenz an den jüngst verstorbenen Fredl Fesl.

    • Carex limosa

      Ich möchte euch gerne loben. Habe euren Podcast erst vor ein paar Wochen von meiner Freundin empfohlen bekommen. Das ist sehr toll, weil das heißt, ich habe noch ganz viele Folgen anzuhören. Ihr helft mir nun fast jeden Abend beim Einschlafen (wenn es eine neue Folge von „AstroGeo“ oder „Das Universum“ gibt, übernehmen eure Kollegen das auch mal). Am nächsten Tag höre ich dann die Folge zu Ende und bin jedes Mal begeistert. Ihr erzählt beide so gut und interessant. Ich kann nur die Folgen über Krieg nicht hören, aber finde dann auch andere Geschichten interessant von denen ich das nicht im geringsten erwartet hätte. Ich danke euch, dass ihr immer sagt wie sicher die jeweiligen historischen Erkenntnisse sind, also dass ihr faktenbasiert und wissenschaftlich arbeitet. Und trotzdem lässt ihr die lustigen/spannenden Anekdoten, Gerüchte und Spekulationen nicht aus. Macht weiter so! Ihr habt jetzt einen Fan mehr. 🙂

  4. Amelie

    Wie es der Zufall will, sitze ich gerade an einer Hausarbeit zu Isabeau de Baviere und ihrer Beteiligung (wenn man es denn so nennen kann) am Vertrag von Troyes und es ist mittlerweile so, dass man davon ausgeht, dass sie ihren Sohn, den späteren Karl VII. nicht für illegitim erklärt hat (er wird im Vertragstext als „sogenannter Dauphin“ bezeichnet, was die ältere Forschung so interpretiert hat, dass für illegitim erklärt wird, aber die Formulierung mit dem „sogenannt“ ist wohl eine standardmäßige abwertende Phrase und hat nichts mit der tatsächlichen Legitimität zu tun). Auch was das Verhältnis mit Ludwig von Orleans angeht, ist man heutzutage eher skeptisch, auch, weil Isabeau von der Nachwelt eher schlecht behandelt wurde, allen voran der berühmt-berüchtigte Marquis de Sade, dessen Werk über sie das Bild von ihr enorm prägte.
    Man hätte außerdem bei ihr noch einen Verweis auf eine andere Folge setzen können, nämlich auf Episode 98: Über Schoßhunde und gierige Affen, da erwähnt ihr Isabeaus Haustiere. Hat aber zugegebenermaßen nicht so viel mit dem Thema Burgund zu tun. Wie immer war das aber eine super informative Episode und da ich mich in meiner Hausarbeit gezwungenermaßen auch mit den Wirrungen des Bürgerkriegs auseinandersetzen muss, kann ich nur meinen Hut vor allen Personen ziehen, die das freiwillig tun, denn es gibt echt leichtere Themen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Ein Buch!

Wir haben ein Buch geschrieben! Es sind zwanzig Geschichten aus der Geschichte, es geht ums Reisen, Expeditionen und alles, was damit zusammenhängt. Erhältlich im gut sortierten Buchhandel oder wo auch immer ihr eure Bücher kauft!


Buch Cover

Seit über acht Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche gegenseitig eine Geschichte aus der Geschichte. Das Besondere daran: der eine weiß nie, was der andere ihm erzählen wird. Dabei geht es um vergessene Ereignisse, außergewöhnliche Persönlichkeiten und überraschende Zusammenhänge der Geschichte aus allen Epochen.

Mehr Podcasts