GAG409: Pferdefotos und ein Mord

Eadweard Muybridge zählt zu den einflussreichsten und bekanntesten Fotografen seiner Zeit, der neue technische und ästhetische Maßstäbe gesetzt hat. Im Jahr 1878 gelingt es ihm, die Zeit anzuhalten: Er macht sensationelle Bilder von galoppierenden Pferden und beweist damit, dass es einen Moment gibt, in dem die Tiere vollständig in der Luft sind. Kurz zuvor wird er allerdings wegen Mordes angeklagt und es droht ihm die Todesstrafe.

Wir sprechen in dieser Folge über das wendungsreiche Leben von Muybridge, einen schweren Unfall, wie er überhaupt zur Fotografie gekommen ist und warum er nicht als verurteilter Mörder hingerichtet wurde, sondern des Gerichtsgebäude trotz Geständnis als freier Mann verlassen hat.

Literatur:
Marta Braun: Eadweard Muybridge (Critical Lives), 2010.

Das Episodenbild zeigt die berühmte Bilderserie aus dem Jahr 1878.

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9 Replies to “GAG409: Pferdefotos und ein Mord”

  1. E. Braun

    Hi,

    zur Frage der Kategorisierung der Mathematik in den Wissenschaften: es gibt das Konzept der Formalwissenschaften, die sich weder mit der Natur noch dem Menschen bzw. vom Menschen geschaffenen Verhältnissen befassen, sondern mit der Erforschung der Strukturen von formalen Systemen.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Formal_science
    Als formale Systeme werden all jene verstanden, die über einen Satz von Axiomen und ein Kalkül, also einen Satz von Regeln verfügen, sodass aus den Axiomen mittels des Kalküls Strukturen hergeleitet oder gebildet werden können, bzw. im Falle der Mathematik bewiesen werden können. Diese Formalen Systeme können dabei Abhängig von den Axiomen und Kalkül eine unterschiedliche ‚Ausdruckskraft‘ haben und eine Reihe verschiedener Eigenschaften wie z.B. Vollständigkeit, Widerspruchsfreiheit aufweisen.
    Vielleicht interessiert euch auch der Grundlagenstreit der Mathematik in dem es genau um die Frage ging, was eigentlich die Mathematik ist und wie sie sich als kohärentes System begründen lässt, sowie die Arbeiten von Georg Kantor, David Hilbert, die Principia Mathematica von Russel und Whitehead und die Arbeiten von Kurt Gödel
    https://de.wikipedia.org/wiki/Grundlagenkrise_der_Mathematik, die Principia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Principia_Mathematica
    https://en.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6del%27s_incompleteness_theorems

    Die Gödel’schen Unvollständigkeitssätze: Eine geführte Reise durch Kurt Gödels historischen Beweis 2013. Auflage, Kindle Ausgabe
    von Dirk W. Hoffmann (Autor)

    Grenzen der Mathematik: Eine Reise durch die Kerngebiete der mathematischen Logik 3. Auflage, Kindle Ausgabe
    von Dirk W. Hoffmann (Autor)

    VG

  2. Hanspeter Giger

    Ja, es gibt einen Film. Nämlich meinen, mit etwas Fantasie angereicherten, siebenminütigen Amateurfilm: „Die Befreiung des Joseph Keepley“.
    https://youtu.be/y28kUHWatUo
    Dieser aktuellen Geschichte, wie auch allen anderen GAG, lausche ich immer gerne mit Andacht.

  3. Nikk

    Ahoi zusammen,

    weiß man wie die Schiffsroute aussah über die Muybridge von New York nach San Francisco reiste? Den Panamakanal gabs damals ja noch nicht, wie wir aus GAG196 wissen, die Nordwestpassage war damals ja auch nicht unbedingt als sichere Reiseroute bekannt, wie wir aus GAG126 wissen. Und durch die Magellan-Straße ist ja quasi schon eine halbe Weltreise. Und dass es schon genügend Kanäle gab, um über Flüsse die USA zu queren, würde mich zu dieser Zeit auch wundern. Ist da mehr bekannt?

    Viele Grüße,
    Nikk

    • Gabi

      Genau diese Frage habe ich mir beim Hören der Episode auch gestellt. Es wäre sehr schön, wenn Ihr darauf noch einmal eingeht. Danke schön.
      Gabi

  4. Fabian

    Danke für die tolle Folge!

    Ein anderes Thema: mir ist vorgekommen ihr hättet mal erwähnt das ihr ein Buch veröffentlicht. Leider kann ich die Stelle nicht mehr finden und auf der Seite hier finde ich auch nichts dazu. Hab ich mir das eingebildet oder wars in einem anderen Podcast?

  5. Claudia

    Danke für diese fantastische Folge!
    Als du, Daniel, über das Kollodium-Nassplatten-Verfahren gesprochen hast, fiel mir noch etwas interessantes zum Thema ein: Der britische Fotograf Roger Fenton hat mit diesem Verfahren die ersten umfänglichen Kriegsfotografien erstellt. Mit seinem Wagen und einem Assistenten war er vor allem im Krim-Krieg unterwegs und hat dort Fotos der Schlachtfelder, Landschaften und Porträts von (hauptsächlich) Offizieren gemacht. Tote oder verwundete Soldaten hat er nicht gezeigt und aufgrund der langen Belichtungszeiten auch keine Kampfhandlungen.
    Besonders interessant daran ist, dass das Kollodium-Nassplatten-Verfahren so risikobehaftet ist. Ist es zu heiß, trocknet die Platte zu schnell aus. Ist es zu kalt, friert alles ein. Fährt man mit dem Wagen über Stock und Stein kann es schnell mal passieren, dass die Glasscheiben brechen. Sich unter diesen Umständen dafür zu entscheiden mit einem Pferdewagen in ein unwegsames Gelände zu reisen und dort mit diesem Verfahren zu fotografieren, ist schon ein starkes Stück.
    Da dieser Fun Fact der Fotogeschichte sicher nicht für eine Folge reicht, wollte ich ihn hier kurz teilen.
    Viele Grüße,
    Claudia

  6. Marcela

    Ich möchte mich einfach für diesen unfassbar tollen Podcast bedanken. Ich hoffe, ihr seid euch dessen bewusst, was für eine Bereicherung euer Podcast ist. Die Welt ist mit so vielen schwachsinnigen Medien und Formaten überfüllt. Euer Podcast ist ein Diamant. Ich wünsche mir wirklich für euch und natürlich für uns Hörer_innen noch sehr viele Folgen. Bitte macht weiter, es lohnt sich.

    Viele Grüße aus Nürnberg
    Marcela

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