GAG378: Ein langer Marsch durch Feindesland

Im Jahr 401 vor der Zeitenwende macht sich ein großes Heer griechischer Söldner auf den Weg ins persische Großreich. Mit dabei: der Schriftsteller Xenophon. Eigentlich wurden sie angeworben, um einen Aufstand niederzuschlagen, doch nach Monaten mühsamen Fußmarsches stehen sie stattdessen dem gewaltigen Heer des Großkönigs Artaxerxes II. gegenüber.

Obwohl die Griechen davon überzeugt sind, die Schlacht gewonnen zu haben, ist die Lage bald aussichtslos und müssen sie nun um ihr Leben fürchten. Und so machen sie sich auf, um ans Schwarze Meer zu flüchten.

Wir sprechen in dieser Folge über den Zug der Zehntausend, wie Xenophon zum Heerführer wurde und mit der „Anabasis“ eines der meistgelesenen Bücher der Antike verfasste.

Literatur

  • Wolfgang Will, Der Zug der 10000: Die unglaubliche Geschichte eines antiken Söldnerheeres

Das Episodenbild zeigt ein Bild von Adrien Guignet, das die Schlacht bei Kunaxa darstellt.

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15 Replies to “GAG378: Ein langer Marsch durch Feindesland”

    • Daniel

      Danke, die Karte habe ich ganz vergessen, in die Shownotes zu packen!

      Die Begeisterung machte wohl aus, dass es keine vergleichbare Beschreibung des persischen Reichs gab. Es gab zwar Reiseberichte, aber die waren nicht so detailreich erzählt. Und dann wars natürlich auch eine Heldengeschichte.

  1. Sebastian

    Sehr schöne Folge. Bei Xenophon ist mir direkt eine frühere Folge eingefallen „GAG332: Wie Gregor MacGregor ein Land verkaufte, das es gar nicht gab“, wobei Gregor MacGregor den Beinamen wohl nicht ganz zurecht bekommen hat.

    viele Grüße und macht weiter so. Eure Folgen sind immer eine Freude!

  2. Rico

    Sehr schöne Folge! Was ich mich gefragt habe, wenn er Bestsellerautor war, wie kann man sich das vorstellen, dass alle sein Werk kannten? Waren das Papyrusrollen, handgeschrieben in hunderter Auflage für die obersten 1%?
    Ich danke Euch, bleibt gesund und schöne Weihnachtszeit!

  3. Jonas

    Hallo
    Eine sehr spannende Geschichte aus einer Zeit, aus der mir kaum was bekannt ist. Ich hatte zeitweise etwas Mühe zu folgen, wer jetzt mit wem gegen wen kämpft. Das Ganze erinnerte mich an Asterix und die Odysee, wo Asterix und Obelix immer wieder versehentlich angegriffen werden, weil sie mit einer jeweils anderen Volksgruppe verwechselt werden. Auch geographisch dürfte es in etwa passen.

    Beste Grüsse

    • Florian

      Mir ging’s ähnlich. Alles spannend und interessant, aber nach der Hauptschlacht zwischen den zwei Brüdern blieb es zum Teil unklar welches Heer sich aus welchen Gründen und unter wessen Befehl wohin bewegte.

      Noch eine Bemerkung: ich hatte von dem Monstermarsch einmal kurz in einem Podcast von Dan Carlin gehört. Es ging dort eigentlich um Assyrer und Ninive, aber anscheinend kamen die Zehntausend auch an den Ruinen von Ninive oder so vorbei.

  4. Böhling Marian

    Ein sehr interessantes Thema. Ich kenne die Anabasis schon länger. Ich weiß viele kennen sie gar nicht. Mein Interesse daran wurde durch ein Hörspiel zu diesem Thema auf Deutschlandfunk geweckt. Das Hörspiel gibt es noch auf YouTube von m Autor. Ich stelle mal den Link hier rein. Es ist ergänzend zu eueren Erklärungen. https://youtu.be/49IdiqTCGWs

  5. Amit Das Gupta

    Ein echtes Highlight, passenderweise die letzte Folge des Jahres vor Weihnachten, toll recherchiert und präsentiert. Ein kleinen Fehler muss ich allerdings monieren, der vermutlich nur ein Versprecher ist: Das Perserreich war riesig, aber bei Weitem nicht das größte Weltreich der Geschichte. In der Liste bei Wikipedia gehört es nicht zu den Top Ten, auch wenn man die Kolonialreiche herausrechnet mit ihren über den ganzen Erdball verstreuten Territorien. Wahrscheinlich wollte Daniel sagen, dass es das bis dahin größte Weltreich der Geschichte war, hat da aber etwas verschluckt.

    • Daniel

      Stimmt, da war ich nicht sehr präzise. Gemeint war das größte Reich der Geschichte, gemessen am Anteil der Weltbevölkerung. Ist zwar auch umstritten, gibt aber Schätzungen von bis zu 40%, was Rekord wäre.

  6. Sascha

    Bin drauf und dran die Anabasis zu kaufen (wenn ich nach einer eurer Folgen ein Buch kaufe ist das eine 1+ mit Sternchen für die Folge in einer Serie die niemals eine Note schlechter als 1 von mir bekommen hat :)) , finde aber nur eine sehr alte Übersetzung und Ausgaben ohne Angabe welche Übersetzung vorliegt. Welche hast Du verwendet für Deine Geschichte

  7. Stefan Umgeher

    Lieber Daniel! Herzlichen Dank für deine tolle Erzählung über den Zug der Zehntausend! Ich bin beeindruckt, wie klar und bestens nachvollziehbar du die Vorgeschichte, den Verlauf und die Folgen nachgezeichnet hast. Da gebührt dir auf jeden Fall ein großes Kompliment!

    Als angehender Lateinlehrer kann ich zum Thema „Purpurgeborener“ noch etwas beitragen: Purpur an sich gilt im römischen Reich jedenfalls seit Republikszeiten als Reservat für die absolute Oberschicht – der Purpurstreifen auf der Toga ist Ausdruck von Macht, Ansehen und Einfluss. Das setzt sich später in der Kaiserzeit auch so fort. Im Oströmischen Reich gab es sogar einen eigenen Raum im Kaiserpalast in Konstantinopel (die sogenannte PORPHYRA), der purpurfarben gestaltet war und als Geburtsraum des zukünftigen Herrschers diente. Der neugeborene Prinz sollte als Erstes in seinem Leben die kaiserliche Farbe Purpur erblicken und somit sollte bereits der Weg für seine zukünftige Rolle und Bestimmung geebnet werden. Die Bezeichnung „purpurgeboren“ funktioniert nebenbei erwähnt ohnehin nur dann, wenn der Vater des Neugeborenen bereits herrscht.

    Herzliche Grüße!
    Stefan

  8. Donna Aria

    Nur ein klitzekleiner popkultureller Auflug: der legendäre Klassiker „The Warriors“ von Regisseur Walter Hill über New Yorker Gangwars der 70iger, beruht auf einem Roman der 60iger, der wiederum eine Adaption der Anabasis des Xenophon ist. This nugget just in. 🙂 Ansonsten Kusshand an euch, Daniel & Richard, für meinen absoluten Dauerbrennerlieblingspodcast!

  9. Christian

    Danke für diese Folge. Mir war die Anabasis zwar schon aus dem Hardcore History Podcast bekannt, der sich in der Reihe „King of Kings“ mit dem Perserreich befasst, allerdings nicht in dieser Tiefe und nicht mit dem Epilog nach Erreichen der Schwarzmeerküste. Vielleicht noch zwei kleine Anekdoten zu der Geschichte: Die Spartaner sollten schon im ersten Krieg mit den Persern in deren Reich einmarschieren. Aristagoras, der Tyrann von Milet, war bei seiner Organisation des Ionischen Aufstandes auch nach Sparta gekommen um um Unterstützung zu bitten. Er erzählte dort den Königen einige mehr oder weniger wahre Geschichten über die Reichtümer und damit potentielle Beute, die es bei den Persern zu holen gab, war allerdings zu ehrlich als es um die Entfernung der persischen Hauptstadt zur Küste ging, weshalb ihm die spartanischen Königen auf gut Deutsch den Vogel zeigten. Die zweite Anekdote bezieht sich auf den erwähnten Krösus. Dieser hatte vor seinem Krieg gegen Kyros I. (dem Großen) das Orakel bezüglich des Ausgangs befragt und bekam als Antwort, er würde ein großes Reich zerstören, wenn er den Grenzfluss zum Perserreich überschreitet. Krösus wertete dies natürlich als Vorraussage seines eigenen Sieges, besiegelte jedoch damit den Untergang seines eigenen Reiches.

  10. Florian

    Sehr schöne Folge!
    Aber wo war das berühmte „Θάλαττα! θάλαττα!“ ? Das hat sogar nen eigenen (englischen) Wikipedia-Artikel.
    Florian

  11. Jule

    Bin bei der halben Stunde und habe gerade Altkanzler Schröder vor Augen, der Frau Merkel erklärt das ja wohl nur eine Regierung mit ihm als Kanzler möglich sei :-)))

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Seit sieben Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte. Das Besondere daran: der eine weiß nie, was der andere ihm erzählen wird. Dabei geht es um vergessene Ereignisse, außergewöhnliche Persönlichkeiten und überraschende Zusammenhänge der Geschichte aus allen Epochen.

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