GAG375: Sofia Kowalewskaja, „Königin der Wissenschaft“

Wir springen in dieser Folge ins Russland des 19. Jahrhunderts. Dort wird im Jahr 1850 eine Frau geboren, die im Laufe ihres Lebens nicht nur die erste Frau der Neuzeit werden wird, der ein Doktortitel in Mathematik verliehen wird – sie wird außerdem die erste Professorin für Mathematik weltweit werden.

Wir sprechen darüber wie es dazu kam, welche Hürden sie dabei überwinden musste und welches Vermächtnis sie der Mathematik und uns hinterließ.

Literatur

  • Bölling, Reinhard. „‚Königin Der Wissenschaft‘. Sofja Kowalewskaja Zum 150. Geburtstag“. Mitteilungen Der Deutschen Mathematiker-Vereinigung 8, Nr. 3 (15. Oktober 2000): 21–28. https://doi.org/10.1515/dmvm-2000-0077.
  • Michele Audin. Remembering Sofya Kovalevskaya. Springer London, 2011.
  • Remarkable lives and legacy of Sofia Kovalevskaya and Emmy Noether by Leon Takhtajan, 2017. https://www.youtube.com/watch?v=2N7Wb8TPnCE.
  • Sofia Kowalewskaja Ein Leben für Mathematik und Emanzipation-Birkhäuser Basel (1993). Wilderich Tuschmann, Peter Hawig (auth.)

Das Episodenbild zeigt Sofia Kowalewskaja im Jahr 1888.

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10 Replies to “GAG375: Sofia Kowalewskaja, „Königin der Wissenschaft“”

  1. Chris

    Super spannende Episode, die erste über das Thema Mathematik! Sofia Kowalewskaja war mir bisher kein Begriff – die partiellen Differentialgleichungen lassen ich lieber aus. Aber alle anderen genannten Mathematiker erkenne ich als wichtige Namen wieder. Und da finde ich es besonders spannend zu hören, was die abgesehen von den großen Ergebnissen (die mir mein Studienleben schwer machen) noch so gemacht haben.

    Danke für den interessanten Einblick!

  2. Victoria

    Mal wieder eine klasse Folge, Chapeau!
    Fun fact: als ich eben etwas mehr über das Leben von Sofia Kowalewskaja erfahren wollte und auf der deutschen Wikipedia Seite gelandet bin, fiel mein Blick auf das Unterkapitel “Radio und Podcast”, welches bereits heute die GAG375 Folge als Referenz enthielt.

  3. Schildkroetenei

    ich habe mich -weil ich Mathematik studiert habe – sehr gefreut, dass ihr euch an eine Folge über eine moderne Mathematikerin getraut habt.
    Das war sehr schön erzählt und gerade die politischen Hintergründe ihrer Person faszinierend.

    Ich habe den Satz von Cauchy-kovalevskaya in meinem viertem Semester im Finale der bis dahin anspruchsvollsten Vorlesung kennengelernt und bin (ohne mich je besonders viel mit mathematikgeschichte beschäftigt zu haben) sehr überrascht gewesen dass sie das schon 1874 geschrieben hat.

    Zu eurer Debatte am Ende, bezüglich der Frage ob Richard noch sich in Mathe vertiefen werden kann:
    Meinem erleben nach ist der wichtigste Skill den es dafür braucht Freude und Genugtuung beim Verstehen nach langem Nachdenken zu empfinden. Das große Problem: Das entwickelt sich viel leichter in einer Gruppe, als alleine zu Hause. Aber ich glaube nicht das sogenannte interlektuelle Fähigkeiten das Nadelöhr sind 🙂

    • Thomas K

      >Zu eurer Debatte am Ende, bezüglich der Frage ob Richard noch sich in Mathe vertiefen werden kann:

      Vermutlich ist das Problem, dass er im Kinderzimmer eine richtige Tapete gehabt hat statt Papier mit Formeln.

  4. Nikolaij

    Ich veranstalte gegenwärtig eine Reihe zur Rolle der Frau in der Naturwissenschaftsgeschichte. Eure Episoden zum Bletchley Park oder auch hier Sofja Kovalevskaya sind für die StudentInnen in der Aufbereitung eine willkommene Abwechslung! Danke für eure Kurzweiligkeit!

  5. Jonas

    Lieber Richard, lieber Daniel,

    vielen Dank für die wunderbare Folge. Ich habe mich sehr darüber gefreut, hatte ich doch selbst als an der Universität arbeitender Mathematiker (im Bereich der Analysis) euch diesen Themenvorschlag zu schicken.

    Ich finde, dass ihr der Person sehr gerecht geworden seid und die Geschichte hervorragend erzählt habt.

    Ich habe ein paar kleine Anmerkungen: man kann über Strindberg viel negatives sagen, aber die Verwendung des Nachnamen Kovalevski ist nicht unbedingt abfällig zu verstehen. Sofia Kovalevskaya hat sowohl in ihren Veröffentlichungen (s. bspw. Sophie von Kowalevsky, Zur Theorie der partiellen Differentialgleicungen, Journal für die reine und angewandte Mathematik, 1875, das ist das berühmte und auch heute noch wirklich lesbare Paper, in dem sich der Satz von Cauchy-Kovalevskaya findet, der wie Schildenkroetenei beschrieb auch heute nochhäufig in einführenden Kursen zu partiellen Differentialgleichungen gelehrt wird) als auch an der Stockholmer Uni den Nachnamen Kovalevski verwendet (s. Koblitz, Sofia Kovalevskaia and the Mathematical Community, The Mathematical Intelligencer, 1984 für einen Abdruck ihrer Stockholmer Visitenkarte). Es ist durchaus möglich, dass sie den Nachnamen ihres Mannes verwendete, weil der erstens besser ins Deutsche/Französische passte. Ob auch ihre Überzeugungen eine Rolle spielten, vermag ich nicht zu sagen.

    Zwei weitere absolut erzählenswerte Geschichte, die vermutlich aufgrund der Länge der Episode es nicht mehr geschafft haben, sind die Geschichten rund um Dostojevski und der Pariser Kommune. Dazu findet sich einiges im Buch von Michele Audin.

  6. Philipp

    Vielen Dank für die spannende Folge.

    Während des Hörens habe ich mir die Frage gestellt, in welcher Sprache Vorlesungen stattfanden und wissenschaftliche Texte verfasst wurden. Ihr geht in der Folge bereits kurz darauf ein, dass Sofia Kowalewskaja sich nicht so gut auf Deutsch (?) verständigen konnte. Daher nehme ich an, es gab eine Universalsprache in der Wissenschaft. Meine Vermutung wäre Französisch. Weiß jemand Genaueres?

  7. Jule

    Ihr schafft es immer wieder das Sachen, von denen ich denke „wah, neee“ dann doch superspannend sind und ich angefixt bin. Obwohl eine russische revolutionäre Feministin natürlich die volle Punktzahl bei „interessiert mich“ erreicht. Höhere Mathematik aber eher nicht.
    Wo kann ich denn mehr zu ihrem revolutionären Treiben nachlesen, was legst Du mir nahe wenn es nur eins sein soll?
    Danke für eine neue Heldin 🙂

  8. Max

    Hallo Richard, hallo Daniel,

    ein kurzer Querverweis, der für euch und Hörer*innen interessant sein könnte: Im Podcast der Helmholtz-Gesellschaft gibt es eine Folge über Rudolf Clausius mit Prof. Johannes Orphal vom KIT. Dabei erwähnt er ganz beiläufig, vor kurzem einen anderen Podcast über Wissenschaftsgeschichte und Sophia Kowalewskaja gehört zu haben – ich vermute stark, dass damit diese Folge von euch gemeint ist.

    Hier der Link zur Folge mit der Erwähnung: https://resonator-podcast.de/2022/res190-rudolf-clausius/

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Seit sieben Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte. Das Besondere daran: der eine weiß nie, was der andere ihm erzählen wird. Dabei geht es um vergessene Ereignisse, außergewöhnliche Persönlichkeiten und überraschende Zusammenhänge der Geschichte aus allen Epochen.

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