GAG360: Unglück am Matterhorn

Im Juli 1865 machen sich zwei Gruppen auf, um den letzten noch nicht bestiegenen Viertausender der Alpen zu erklimmen: Das Matterhorn. Der Berg galt lange Zeit als unbezwingbar. Sieben Männer stehen schließlich auf dem Gipfel, doch ihr Triumph dauert nur kurz, denn beim Abstieg kommt es zum Unglück.

Wir sprechen in der Episode über die Anfänge des Alpinismus und warum die Matterhorn-Erstbesteigung einer der folgenreichsten Aufstiege in der Geschichte des Bergsteigens ist.

Die erwähnte Ringvorlesung über den Alpinismus der Universität Zürich ist hier zu finden.

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11 Replies to “GAG360: Unglück am Matterhorn”

  1. Nils

    Für alle, die sich noch genauer für die Erstbesteigung interessieren, gibt es noch eine ganz sehenswerte Doku des SRF ( Tatort Matterhorn) auf YouTube. Die Doku geht 1,5 Stunden und befasst sich nochmal genau mit dem zeitlichen Ablauf und auch den Theorien über den Sturz.

    https://youtu.be/1POp3fsIsF8

  2. Fabian

    Hi,
    da sind in der fehlerbehebung der schachfolge aber noch kleine fehler unterlaufen
    1. der amtierende weltmeister ist Norweger heißt also Magnus Carlsen nicht Carlson
    2. Richard mutmaßt dass Carlsen bis auf weiteres Weltmeister bleibt. Der har allerdings angekündigt seinen Titel 2023 nicht verteidigen zu wollen. Es wird also einen neuen Weltmeister geben. Der Titel wird übrigens zwischen Nepo und Ding Liren ausgespielt

  3. Franziska

    Danke für die Geschichte aus meiner Heimat! Ich habe mal eine Saison als Touriguide in Zermatt gearbeitet und kannte schon viel, aber noch längst nicht alles.

    Noch eine Sidestory, die auch fast eine Episode wert wäre (aber jetzt gabs ja schon eine Matterhorn Folge): Ende des 19. Jh gabs Pläne, eine Bahn auf das Matterhorn zu bauen. Eine Kombi aus Zahnradbahn und Dahtseilbahn. Nicht gebaut wurde die Bahn schlussendlich, weil die Finanzierung nicht zustande kam, obwohls auch seitens Schweizer Heimatschutz Widerstand gab. Mehr dazu findet man auf Wikipedia: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Matterhornbahn

    Wer sich jetzt durch die Geschichte motiviert wurde, das Matterhorn zu besteigen, soll das eventuell erst nächsten Frühling angehen. Durch die Hitze wurde der Berg in diesem Jahr extrem instabil und somit gefährlich, und ja, auch in diesem Jahr kam es bereits zu Todesfällen.

    Das Museum in Zermatt „Zermatlantis“, wo Whympers Seil ausgestellt ist, kann ich sehr empfehlen. Das Museum ist unterirdisch und als eine Art „Ausgrabungsstätte“ gestaltet, wo man in das Leben im alten Zermatt eintauchen kann. In der Nähe befindet sich der Bergführerfriedhof, der zwar viele tragische Geschichten erzählt und trotzdem (oder gerade darum) sehr spannend ist.

  4. Manuel Steudle

    Hallo
    Erstmal wie immer eine super Folge!
    Eine kleine Verbesserung: Richard bringt im Outro die romantische Naturphilosphie an (die ja gerade im 19. Jhr. populär war). Das natürliche ist in der romantischen Vorstellung nicht auf „nur gutes“ für den Menschen ausgerichtet, sie schließt gewisse Schranken zw. Subjekt/Objekt, zeigt einem die vollkommenheit der Schöpfung (atheistisch, wie auch christlich oder Buddhistisch), füllt einen mit Gefühlen (Kernpunkt romantische Philosphie) – Beispielsweise die Erhabenheit: Im Anblick der unbezwingbaren Natur verspürt der Mensch sowohl Angst vor der schieren größe der Natur und der unbedeutenheit seines selbst, als auch das Hochgefühl als Subjekt eine solche schiere Größe zu erfassen – Das ist Typisch: Das halten von eigentlich zwei gegensätzlichen Emotionen in einem Moment. Daher ist die Gefahr der Natur auch in der romantischen Naturphilosphie immer Bestandteil, ja sogar notwendig.

  5. Dyrnberg

    Sehr, sehr feine Folge.

    Für Interessierte noch eine Ergänzung zur Petrarca-Geschichte: Warum wird sie oft als Ankündigung eines Epochenwandels interpretiert? Ja, Petrarca hat einen anderen Blick auf die Natur des Gebirges als der Hirte. Der Hirte beurteilt die Natur danach, ob sie ihm gefährlich wird oder für ihn nützlich ist. Petrarca ist dagegen ein Wanderer: Er will die Aussicht genießen. Darin steckt aber auch eine theologische Sprengkraft, die nicht explizit erwähnt wurde: Die Natur wurde nämlich auch in den Jahrhunderten davor teilweise bewundert, aber vor allem als Zeugnis eines gütigen Gottes. Wo die Schönheit der Natur gepriesen wurde, dort wurde meist einen Satz darauf der Allmächtige gelobt. Es geht Petrarca – so die Interpretation – aber eben nicht darum, Gott zu preisen, weil die Aussicht so schön sei; es geht ihm rein um das zweckfreie Genießen der Aussicht. Und zwar der Aussicht wegen. Was mittelalterlich gedacht nichts anderes als ein Affront ist.

    Die Geschichte endet ja übrigens auch theologisch: Am Gipfel angelangt greift Petrarca zu seiner Reiselektüre, zu den „Bekenntnissen“ des Augustinus und er schlägt – angeblich zufällig – eine Stelle auf und liest diese – und versteht sie als Warnung von Augustinus, sich eben nicht der puren Schaulust hinzugeben, sondern sich auf Gott zu konzentrieren. Deswegen, so die Interpretation, steht Petrarca für einen Epochenwandel, den er selbst aber nicht vollzieht bzw. vollziehen kann, weil er im alten Denken gefangenbleibt. Pathetisch gesagt: Am Gipfel angelangt… ist er wieder im Mittelalter. Nicht in der Neuzeit.

    Wen diese Thematik interessiert, eine Literaturempfehlung: Dieter Groh – Schöpfung im Widerspruch.

    Und meine Dissertation berührt dieses Thema auch auf zwei, drei Seiten. Aber die erspare ich Euch. 😉

  6. Michael Fritsch

    Holy Shit!
    Zugspitze höchster Berg der Alpen?!?!
    Aus dem Mund eines Österreichers…
    Musste mich hinlegen, jetzt geht’s wieder
    Richard, I love you, aber das musste raus!
    Lg Michael

  7. Anika

    Wie immer tolle Folge! Mich würde allerdings noch interessieren, wie die Besteigungen denn überhaupt nachgewiesen wurden? Wenn man wie Daniel sagte ja einen 4000er bestiegen haben musste, um in den alpin club aufgenommen zu werden…es reicht doch sicher nicht ein „ich war da“….
    Oder bei Erstbesteigungen: dass jemand da war, kann ja so richtig eigentlich immer erst der zweite verifizieren, oder?
    Wenn ich es nicht überhört habe, kann Daniel dazu ja vielleicht nochmal was sagen. Dankeschön und mache weiter so!

  8. Leander

    Richard lag gar nicht mal so schlecht mit Wien als Ort der Gründung des ersten Alpinistenvereins, denn bereits 1895 kam es dort unter anderem unter Mitwirkung von Dr. Karl Renner zur Gründung des Touristenvereins Die NaturFreunde.
    Interessantes Detail in Bezug auf die NaturFreunde und ihrer Bewegung ist die Losung des Vereins „Berg Frei“, welche Bezug nimmt auf die in der Folge erwähnte Vorherrschaft wohlhabender Bergsteiger*innen. Dies ist begründet in der politischen Heimat der NaturFreunde, der Arbeiterbewegung.

  9. Steffen

    Als Anmerkung noch zu Engländern und Alpinismus – in Zermatt gibt es einen eigenen Friedhof für all die Briten, die vom Berg gestürzt sind. Eine anglikanische Kirche hat es auch, damit der Trauergottesdienst so ausfallen kann, wie zuhause auf den Inseln.

  10. Nadine Lubitz

    Hallo, ihr beiden!
    Eine spannende Folge- danke dafür!
    Das mehrfach erwähnte Cyanometer fandet ihr scheinbar eher amüsant!;)

    Beim letzten Besuch der Technischen Sammlungen in Dresden sahen wir erstmals ein solches Messgerät- das war am 17.8. (!).
    Wenn ihr also ein sehr großes Cyanometer zum Anfassen, in echt und in Farbe in Augenschein nehmen wollt: eine Dienstreise nach Dresden ließe da keine Wünsche offen;)

    https://t-m-a.de/projekte/cyanometer/

    Bis nächsten Mittwoch!
    Nadine

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