GAG348: Der Anschlag auf die Mosel


Am 11. Dezember 1875 wurde Bremerhaven gegen 11 Uhr von einer gewaltigen Explosion erschüttert. Das ​​Dampfschiff Mosel der Reederei Norddeutscher Lloyd wurde gerade mit den letzten Frachtstücken für die nächste Atlantiküberfahrt beladen – mit an Bord befanden sich zahlreiche Auswandernde. Die Detonation riss nicht nur ein großes Loch in den Bug der Mosel und verwüstete des Pier und Teile Bremerhavens: Es wurden bei der Katastrophe über 80 Menschen getötet und mehrere Hundert verletzt.

Schnell stellte sich heraus, dass die Explosion durch eine in einem „Fass verborgene Höllenmaschine“ verursacht wurde. Es war der bis dahin größte Sprengstoffanschlag in Deutschland. Das Ziel: Versicherungsbetrug. Denn der Täter hatte eine wertlose Fracht teuer versichert.

Wir sprechen in der Folge über die Hintergründe des Anschlags und wie Albert Ballin durch Zwischendecks das Geschäft mit dem Auswandern für die großen Reedereien ankurbelte.

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7 Replies to “GAG348: Der Anschlag auf die Mosel”

  1. Viktoria

    Die Bezeichung solcher Ereignisse ist immer eine interessante Sache. Inzwischen würde man sowas nicht mehr nach dem Täter benennen und wohl auch nicht als „Unglück“, was impliziert, dass niemand Schuld hatte, was ja ganz offensichtlich nicht der Fall ist.

  2. Heinz

    Als frischer Abiturient habe ich 1977 bei der Bundesländer Versicherung in der Transportversicherungsabteilung im Schadenbereich begonnen und monströse Ladelisten und Proformarechnungen der Lucona Ladung nachgerechnet, wobei schon die ersten Unregelmäßigkeiten entdeckt wurden. Die Chefs waren aufgrund der dubiosen Versicherungsnehmer sehr schnell auf den Betrugstrichter gekommen, es wurden dann Detektive beauftragt, den Ursprung der „Uranaufbereitungsanlage“ zu erforschen, und es hat sich dann herausgestellt, dass es sich um Rohre und Schächte aus einem aufgelassenen Bergwerk in Niederösterreich handelt. Für mich war dieser Fall natürlich sehr aufregend und spannend, dass jemand den Tod der Besatzung in Kauf genommen hat, hat mich schockiert und den Proksch für mich zur Unperson gemacht. Was die Erika Pluhar an ihm gefunden hat, ist mir immer noch ein Rätsel.

  3. Mathias

    Wieder mal eine super Folge. Was mich so oft, wie auch hier, echt schockiert, ist, dass ich davon noch nie gehört habe, obwohl ich viel vom Lloyd etc gelesen habe.
    Aber warum räumt Ihr eine so spannende Geschichte wie über die Lucona mal eben so im Plausch im Nachgang ab? Wäre doch eine spannende Folge geworden. Schade.

  4. Lea

    Da wohnt man mehrere Jahre in Bremerhaven und war dabei etliche Male mit dem Besuch im Auswandererhaus, ein übrigens sehr empfehlenswertes Museum über die Auswanderung von Bremerhaven Richtung Amerika. Von dieser hochinteressanten Geschichte habe ich aber noch nie gehört – in der Ausstellung wurde sie glaube ich nicht erwähnt.

  5. Dani

    Was mich grad echt beschäftigt…kommt es besonders häufig in Wien vor, dass man als Schwerstkrimineller an Riss bei der High Society hat, oder gibt es solche Geschichten generell öfter?

    Spannende Folge, danke!

  6. Leonie

    Krass das ihr genau in der Woche , in der es einen Anschlag (Schüsse in Schule) in Bremerhaven gab, eine Geschichte über einen Anschlag aus der Vergangenheit in Bremerhaven erzählt.

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Seit sieben Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte. Das Besondere daran: der eine weiß nie, was der andere ihm erzählen wird. Dabei geht es um vergessene Ereignisse, außergewöhnliche Persönlichkeiten und überraschende Zusammenhänge der Geschichte aus allen Epochen.

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