GAG341: Der Exorzismus der Marthe Brossier

Wir springen in dieser Folge nach Frankreich, ganz ans Ende des 16. Jahrhunderts. Fokus unserer Geschichte ist Marthe Brossier, eine junge Frau vom Land, die in den letzten beiden Jahren des Jahrhunderts große Aufmerksamkeit auf sich zieht. Der Grund? Sie ist angeblich von Dämonen besessen.

Wir sprechen über Marthe Brossiers 15-monatige Tour durch Frankreich als professionelle Besessene, die schließlich ihren Höhepunkt in Paris finden wird.

Literatur

  • Sarah Ferber. 2013. Demonic Possession and Exorcism: In Early Modern France. Routledge.
  • Joseph P. Laycock. 2020. The Penguin Book of Exorcisms. Penguin.

Das Episodenbild zeigt eine Darstellung Beelzebubs als Herr der Fliegen, aus dem Jahr 1863.

AUS UNSERER WERBUNG

Du möchtest mehr über unsere Werbepartner erfahren? Hier findest du alle Infos & Rabatte!

NEU: Wer unsere Folgen lieber ohne Werbung anhören will, kann das über eine kleine Unterstützung auf Steady tun.

Wir freuen uns, wenn ihr den Podcast bei Apple Podcasts rezensiert oder bewertet. Für alle jene, die kein iTunes verwenden, gibt’s die Podcastplattform Panoptikum, auch dort könnt ihr uns empfehlen, bewerten aber auch euer ganz eigenes PodcasthörerInnenprofil erstellen.

Wir freuen uns auch immer, wenn ihr euren Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen oder sogar Nachbarinnen und Nachbarn von uns erzählt!


7 Replies to “GAG341: Der Exorzismus der Marthe Brossier”

  1. Thomas R

    Vielen Dank Richard, für diese Folge!
    Östlich von Stuttgart gibt es den Ort Perouse. Im gleichen Jahr wie deine Geschichte, 1699, trafen hier 71 Waldenser Familien aus Perouse im Piemont ein. Die Waldenser wurden, wie auch die Hugenotten aufgrund ihres Glaubens drangsaliert. Der württembergische Herzog versprach sich einiges von den neuen Siedlern. Da sie im Piemont aber in Hochtäler sich zurückgezogen hatten waren sie keine so guten „Flachlandbauern“. Maulbeerbäume zur Zucht von Seidenraupen konnten sie nicht kultivieren. Dafür aber die Kartoffel! Bis 1844 wurden die Gottesdienste auf französisch gefeiert.
    Den Erfolg des Protestantismus find ich nicht verwunderlich.
    Anfang des 16. Jhdts schrieb der Zeitgenosse von Luther, Erasmus von Rotterdam „Die Soldatenbeichte“.
    Thrasymachus: Ich werde zu den Dominikanern gehen. Dort will ich ein bißchen mit den Beichtvätern verhandeln.
    Hanno: Auch über Kirchenschändungen?
    Thrasymachus: Auch wenn ich Christus selbst ausgeraubt und ihm das Haupt abgeschlagen hätte! So großzügige Ablässe haben die und die Vollmacht, Sünden zu vergeben.

  2. Andreas Moser

    Man kann nicht sagen, dass die Katholische Kirche nicht auf der Höhe der Zeit wäre: Die Regeln zum Exorzismus wurden erst 1999 neugefasst.

    Nach Protesten wird auf Antrag jedoch regelmäßig die Erlaubnis erteilt, die alten Exorzismus-Regeln anzuwenden. Das sind die von 1614.
    Die Proteste ergaben sich übrigens wegen „Zweifeln an der Wirksamkeit“ der neuen Exorzismus-Regeln. Wie immer man das messen will.

    • Thomas R

      Hallo Andreas, Die Spur durch Zeit und Raum. Die Katholische Kirche expandiert vor allem in Südamerika und Afrika. Vielleicht wären sie im Vatikan moderner, wenn die Maxime wäre „Muss nur für Europa reichen“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Seit sechs Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte. Das Besondere daran: der eine weiß nie, was der andere ihm erzählen wird. Dabei geht es um vergessene Ereignisse, außergewöhnliche Persönlichkeiten und überraschende Zusammenhänge der Geschichte aus allen Epochen.

Mehr Podcasts