GAG339: Der Vocoder

Wir springen in dieser Folge in die 1940er Jahre. Um abhörsichere Kommunikation der Alliierten zu gewährleisten, entwickeln die Bell Labs ein System, dessen Herzstück ein neues Gerät ist, das Sprache in seine Einzelteile zerlegen und wieder synthetisieren kann: der Vocoder.

Zu dieser Zeit weiß allerdings noch niemand, dass dieser Vocoder nicht nur äußerst wichtig für den weiteren Kriegsverlauf sein wird, sondern auch maßgeblichen Anteil am Sound der neu entstehenden elektronischen Musik haben wird.

Das erwähnte Buch heißt „How to Wreck a Nice Beach“ von Dave Tompkins.

Das Episodenbild zeigt ein SIGSALY Terminal, mit den beiden Turntables zur linken Seite.

Wer sich die in der Folge erwähnten Songs anhören will:

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30 Replies to “GAG339: Der Vocoder”

  1. groberschnitzer

    Erst kürzlich veröffentlichte einer meiner absoluten Lieblingsmusiker “Floating Points” den Song “Vocoder”. Nach anhören dieser Episode verstehe ich nun, wieso der Titel so gewählt wurde.

    • Anaïs

      Diese Video habe ich auch gefunden und nun höre ich diesen Song in Dauerschleife! Er ist übrigens auch auf Spotify zu finden. 🙂

  2. Susanne

    Sehr schön, Richard! Cooles Thema und dann auch noch gleich mit Playlist ❤️. So eine Verquickung von elektronischer Musik und Militär- / Spionagetechnik hatten wir ja auch schon (wenn auch in anderer Form) in der Folge über Leon Theremin. Auch über Robert Moog hätte es da eine schöne Verknüpfung gegeben. Hat mich gewundert, dass Du den Bezug nicht gemacht hast, wo Du doch so gern die Flicken zum Teppich zusammen knüpfst.

    • Richard

      Danke dir! Ja, ich musste mich leider ein bisschen beschränken, weil das Thema in mehrere Richtungen sehr viel hergibt. Vielleicht kommt ja noch mal eine eigene Robert Moog Folge 🙂

      • Colin

        Prettypleasewithcherryontop!
        Absolut hinreissende Folge! Gleich mal die erwähnten Laurie-Anderson- u. Wendy-Carlos-Platten rauskramen, sehr gute Idee!

  3. Christian

    Sorry, aber die Talkbox funktioniert anders: Der Schlauch kommt aus einer kleinen, schalldichten Kiste in der ein kleiner Speaker verbaut ist, der an einen Verstärker angeschlossen ist.
    Damit kommt der Instrument-Sound aus dem Schlauch. Der oder die Sängerin nimmt dann den Schlauch (aus dem der Gitarren- oder Keyboardsound kommt) in den Mund, spricht oder singt parallel in ein Mikrofon, das dann den im Mundraum des Sängers zusammengefügten Sound abnimmt und dann verstärkt.
    Wenn Instrument und Stimme gut zusammen passen entstehen dann Frampton-Sounds, wo die Gitarre spricht – man kann aber auch wie zB der Gitarrist bei Bon Jovis „Living On A Prayer“ einfach nur einen Sound-verfremdenden Effekt erzeugen.
    Es wird also nicht in den Schlauch gesungen, sondern ins Mikro. Aus dem Schlauch kommt ein Teil des Sounds.

  4. Arthur

    Fantastische Folge Richard!
    Zusammen mit den Audio Beispielen und deinem eigenen Einsatz dieser Technologien, lässt du Geschichte lebendig werden und holst sie in die Gegenwart. Und wenn man dann auch noch mit seinem Kaffee in der herrlichen Morgensonne sitzt und eurer Folge lauscht, dann ist der Start in den Tag perfekt:) danke dafür

  5. Frauke

    Vielen Dank für die schöne Folge, Richard. Das von dir angesprochene Studio für elektronische Musik des WDR, war nach seiner Einrichtung in den 50’ger Jahren eine Anlaufstelle für viele der großen Avantgarde Musiker des Zeitraumes, darunter John Cage, Karlheinz Stockhausen, aber auch Mauricio Kagel und Bernd Alois Zimmermann. Es ist nach wie vor in Köln angesiedelt und wird in neuen Räumlichkeiten auch wieder der Öffentlichkeit zugänglich sein.

  6. Sascha

    Fun Fact: Das „Gitarrenriff“ das man in der Version der „Doctor Who“ – Titelmelodie fört, wie sie von 1980 bis 84 zu hören war, stammt von einem Vocoder

  7. Reiner Heils

    Für mich als Tontechniker und begeisterten Elektromusiker ein Highlight. Seit Raumpatrouille Orion bin ich ein Vocoderfan.
    Ich möchte Euch hiermit auch für Eure Bandbreite loben. Vom Gilgamesh-Epos über die Sache mit dem Loch im Donut bis zum Vocoder – das macht Euch so schnell keiner nach. Und bei den Themen, die nicht so mein Ding sind, kann ich immerhin super einschlafen. Weiter so:-)

  8. Luander

    Eine sehr gute Folge, es hat sehr viel Spaß gemacht zwischendurch die Lieder nochmal zu hören und zu erkennen, dass “Hide and Seek” ja einfach so ein großer Meme-Hit ist.

  9. Endlich up to date!

    Endlich nach fast einem dreiviertel Jahr von vorne durchhören bin ich bei der aktuellen Folge angekommen 🙂 super guter Podcast <3

  10. Stefan

    Ich hätte als „honorable mention“ unter den Vodocer-Usern ja eigentlich noch Daft Punk erwartet – aber vielleicht ist das ja nur meine persönliche Wahrnehmung 😉

    • Marvin

      Dem stimme ich zu. Meine ersten Gedanken zu Beginn der Folge waren voll Traurigkeit, da ich scheinbar die Auflösung der beiden nicht verarbeitet habe.

  11. Stefan B.

    Schöne Folge, nicht nur für Musiker, sondern auch für Phonetiker und Sprachtechnologen. Hier hätte man auch hervorragend eine Verbindung zum Schachtürken herstellen können, denn Homer Dudley war ja nicht der erste, der die Erzeugung von Sprachlauten durch Anregung (Stimmbänder) und Formung (Vokaltrakt) modelliert hat. Wolfgang von Kempelen hatte auch schon eine mechanische Sprechmaschine konstruiert, die im Unterschied zum Schachtürken kein Fake war.

  12. Christian

    Auf den wichtigsten österreichischen Jazzmusiker Joe Zawinul habt ihr vergessen, der sehr gern mit Vocoder gesungen hat und der auch Pionier des elektronischen Jazz in der Ära des Jazzrock war.

  13. Christian

    Ich find euren Podcast im übrigen mehr als großartig. Habe ihn leider erst sehr spät entdeckt, obwohl ich notorischer Podcasthörer bin min. 3 Episoden am Tag. Jetzt bin ich dabei eure mehr als 300 Podcasts sukzessive nachzuhören. Ihr seid ein geniales Duo.

  14. Julchen

    Hallo Richard, hallo Daniel,
    Ich höre euren Podcast schon soooo lange und bin immer wieder begeistert.

    Heute musste ich dreimal “zurückspulen”. Da wurde doch tatsächlich Planet Rock erwähnt. Ich dachte, ich bin der Einzige Mensch in D, der das kennt. 🙂

    Eine super Folge,
    Vielen Dank!

  15. Joachim Rosenberger

    Ein sachdienlicher Hinweis für alle, die sich für den definitiv empfehlenswerten Soundtrack zu A Clockwork Orange interessieren: Wendy Carlos war damals noch Walter Carlos und hat den Soundtrack unter diesem Namen herausgebracht. Gibts tatsächlich noch bei Amazon.

  16. Annika

    Vielen Dank für die spannende Folge! Eine Frage hätte ich noch – du erwähnst so beiläufig, dass die Amerikaner wussten, das Pearl Harbor angegriffen werden soll, aber sie nicht warnen konnten. Hättest du dafür eine Quelle oder einen Literaturhinweis? Das Thema wird in unserer Familie nämlich heiß diskutiert.

    • Richard

      Servus Annika,
      ich habs aus dem Buch „Pearl Harbor: Final Judgment“, von Bruce Lee und Henry Clausen (der Autor des Clausen Reports über Pearl Harbor). Allerdings ist die Warnung, um die’s geht, keine spezifische in Bezug auf Pearl Harbor selbst, sondern eine allgemeine, die an mehrere Kriegsschauplätze versandt wurde (Pearl Harbor, Manila, Panama Kanal Zone). Tatsächlich besteht die Warnung darin, dass auf den bevorstehenden Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Japan und den USA hingewiesen wird, was wiederum eine Warnung für bevorstehende Angriffe durch Japan bedeutete.

  17. Anke

    Ich hätte auch einen Verweis auf Daft Punk erwartet, wurde aber dennoch natürlich NICHT enttäuscht von der Folge. Ich kann hier den dritten Titel „Giorgio by Moroder“ vom Album “Random Access Memories” empfehlen, in dem zwar nicht direkt vom Vocoder erzählt wird, der aber eine Verbeugung vor einem der Pioniere der elektronischen Musik ist und in dem Giorgio selbst vom frühen Einsatz des Synthesizers erzählt. Mal davon abgesehen ist das auch ein grandioses Album und ich habe diese tolle Folge zum Anlass genommen und es mal wieder durchgehört! Danke, Richard!!!

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Seit sechs Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte. Das Besondere daran: der eine weiß nie, was der andere ihm erzählen wird. Dabei geht es um vergessene Ereignisse, außergewöhnliche Persönlichkeiten und überraschende Zusammenhänge der Geschichte aus allen Epochen.

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