GAG334: Rachel Carson und der stumme Frühling


Wir beschäftigen uns in dieser Folge zunächst mit einem Tier, das die Wissenschaft lange Zeit vor große Rätsel gestellt hat – und eigentlich noch immer stellt: den Aal.

Die Aalfrage soll aber nicht vom eigentlichen Thema ablenken: Wir sprechen über Rachel Carson, die eines der einflussreichsten Bücher der 1960er-Jahre geschrieben hat. Sie hat mit „Silent Spring“ nicht nur für ein Verbot des Pestizids DDT gesorgt, sondern auch das Umweltbewusstsein einer ganzen Generation geprägt hat und damit die entstehende Ökologiebewegung.

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18 Replies to “GAG334: Rachel Carson und der stumme Frühling”

  1. Rena Rabsch

    Lieber Daniel,
    wie immer eine sehr interessante Episode. Vielen Dank euch beiden dafür, dass ihr den Mittwoch zu einem besonderen Tag macht 😉
    Ich würde gerne noch einen Aspekt zum Einsatz von DDT in Deutschland ergänzen. Ganz so einfach, wie Du es gesagt hast, ist es leider nicht.
    Man muss hier zwischen den beiden Deutschen Staaten unterscheiden.
    Es ist auch heute noch empfehlenswert beim Kauf einer Bestandsimmobilie mit Baujahr vor 1990 auf dem Gebiet der ehemaligen DDR diese auf Belastung u.a. mit DDT zu testen.
    Siehe auch der Hinweis des Umweltbundesamtes:
    https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/persistente-organische-schadstoffe-pop/ddt
    Herzliche Grüße,
    Rena

  2. Thomas R

    Hallo Daniel,
    Wirklich tolle Folge!!
    Vielen Dank.
    Rachel Carson war mir vorher unbekannt.
    Du sprichst zweimal vom Ökologischen Gleichgewicht.
    In der Natur gibt es das Gegenteil.
    Eine Vielzahl von Ungleichgewichten erwecken den Eindruck einer Balance.
    In einem Gleichgewicht würde keine Evolution stattfinden, die Natur wäre statisch.
    Jäger und ihre Beutetiere sind beide mal erfolgreich.
    Die Zellen können nur funktionieren, weil es Membranen gibt, die unterschiedliche Reaktionen aufgrund unterschiedlicher Konzentrationen ermöglichen.
    Jasmin Schreiber (bekannt aus GAG257) hat das bei bugtales.fm /EP 54 anhand ihres toten Hamsters Hermine beschrieben. (oder als Buch „Abschied von Hermine“).
    Für Richard: So komisch sind Aale gar nicht. Die späte Fortpflanzung natürlich schon, aber das sterben nach der Fortpflanzung ist in der Natur der Normalfall. „Ein jeder legt ein letztes Ei und dann kommt der Tod herbei“. Ausnahmen von der Regel sind Elefanten, Orcas und Menschen. Alte Individuen mit viel Wissen können der Gruppe nutzen und tragen so zum Fortbestand ihrer Gene auch nach der Beendigung der eigenen Fortpflanzung bei. Superverlängerte Brutpflege.

    Lieben Gruß Thomas R

    • Christa Wieland

      Danke wie immer für Eure hochinteressante und äußerst kurzweilige Sendung. Zum DDT -Einsatz noch eine kleine Zusatzinformationen : in den 1930 und 1940er Jahren wurde DDT in Österreich als probates Mittel gegen Kopfläuse angewandt. Viele Kinder (so auch meine Eltern) kamen in zweifelhaften Genuss dieses Pestizides.

  3. Niko

    Hey,
    Als großer Fan der ersten Stunde muss ich leider sagen: Das war eher mühsam. Ein 20min Exkurs über die Fortpflanzung von Aalen,ernsthaft?
    Eigentlich die erste Folge überhaupt bei der ich ständig überlegt hab abzudrehen oder weiter zu skippen.ich weiß,Horizont erweitern usw. aber das war dann doch recht fad.
    Freu mich aber schon mega auf euren Auftritt im WUK!
    Lg niko

    • Mathias

      Ich fand den Exkurs sehr spannend und „auflockernd“. Hat mich auch an die faszinierende Folge 295 „Die Verwandlung des Axolotls“ erinnert. Auch dort echte Überraschungen bzgl. Metamorphose.

  4. Christoph

    Zum Thema Eingreifen in komplexe Systeme: Ich finde Geoengineering in dem Zusammenhang den neuen heißen Schei**. Letztens auf der Uni gehört, man würde testen wie sich die Zugabe von Eisenspänen (sic!) im Meer auf die Algenpopulation auswirken würde. Damit soll wohl zusätzlich CO2 gebunden werden, mit diesen Algen. Ganz tolle Idee, also ganz toll 🙂

  5. Moni

    Hey ihr beiden,

    ohoh, was habt ihr da nur aufgedeckt. Aale sind Aliens. Ich hoffe sehr, dass die Bestrafung der Aale-Aliens noch lange auf sich warten lässt oder widererwarten so harmlos wird, dass ihr weiterhin den Podcast machen könnt. Sehr riskant, sowas zu veröffentlichen!

    Ich schaue mit hoffnungsvollen Blick in die Zukunft, dass nächsten Mittwoch wieder eine neue Folge erscheint.

    Danke für die Einblicke der Aale, und wie sie in der Geschichte lange ein großes Rätsel waren.
    liebe Grüße
    Moni

  6. Jele

    Plinius d.J. ist IMHO erst Anfang des 2. Jhdts gestorben und hat uns die Schilderung des Vesuvausbruchs hinterlassen. Aber das -wie ihr offenbar auch- habe ich nicht nachgeschlagen und verlasse mich grade auf mein Gedächtnis und Schnipsel darin aus dem Unterricht Anfang der 1980-er Jahre 🙂
    Schöner Podcast, seit Oktober 2021 höre ich euch wöchentlich aktuell und zusätzlich chronologisch von Beginn an und bin so bereits im September 2020 angelangt. Die Lücke wird also zusehens kleiner 🙂
    Wisst ihr, dass ihr im Fediverse sehr vermisst werdet? Auf Mastodon habt ihr viele Fans.

  7. till

    wie geil ist das denn. heute morgen bekamen wir eine empfehlung auf eine alte folge, irgendwas mit fischerinnen und island. jetzt such das mal in einem archiv mit dreihundert folgen plus. dann hab ich die geschichtskarte entdeckt und bin total begeistert, das ist mal ein richtig cleveres archiv, respekt wer sich das ausgedacht hat. jetzt brauchts noch einen zeitstrahl. später hab ich dann auch noch die suchfunktion wahrgenommen und selbst die funktioniert hervorragend, sind doch seiteninterne suchmaschinen meist ein graus. sehr gut aufgestellt seid ihr da. till

  8. Ronald Hartwig

    Spannende Folge! Einen Kommentar hätte ich zu den Aalen: Es gibt ja auch welche im Neusiedlersee bei Wien. Die wurden natürlich dort ausgesetzt und können sich nicht fortpflanzen. Der gebackene Neusiedlersee-Aal war eine beliebte Delikatesse. Seitdem die Gegend aber zum Nationalpark ernannt wurde, hat man mit dem Besatz aufgehört. Der Aal hat dort das ökologische Gleichgewicht massiv gestört, weil er sich in großem Maß vom Laich einheimischer Fische ernährt hat. Es gibt also den Aal nicht nur als arme, schützenswerte, vom Aussterben bedrohte Art, sondern auch als artfremdes Tier, dessen Vorkommen als unökologisch gilt. Jedes Mal wenn ich ihn gebacken am Neusiedlersee gegessen habe, dachte ich ich tue etwas Gutes für die Umwelt. Heute gibt es dort aber anscheinend wirklich kaum welche mehr…

  9. MARTIN HAFNER

    Big Aale. die neuesten Twitterergebnisse zeigen: alle Aale müssen an ihren Geburtsort zurückschwimmen, da es dort den einzigen, durchsichtigen, 85.000 Jahre alten männliche Aal gibt, der alle begattet….

  10. Michael Timmerbeg

    Hallo,
    ich bin sehr spät dran 🙂 super Folge (wie immer)

    Eine Sache zur Kritik an dem Eingreifen in die Natur: was die WHO nicht geschafft hat, haben die USA lokal sehr wohl sehr erfolgreich hinbekommen. Man hat nämlich im eigenen Land die Malaria besiegt, indem man massiv die Überträger bekämpft hat. Das war so um den ersten Weltkrieg rum. Ob es von vornherein eine schlechte Idee war, dieses Vorgehen so krass hoch zu skalieren, möchte ich jetzt nicht bewerten. Ich möchte nur die Leute anerkennen, die den Plan ersonnen haben und damit sicher das Leben vieler Menschen verbessern wollten. Ich pernönlich würde es akzeptieren etwas mit DDT belastet zu werden, wenn man dafür die Welt von Malaria befreien könnte. Malaria, die Geißel der Menschheit 🙁

    Danke für die vielen Geschichten aus der Geschichte. Es ist jedesmal als würde man zurück hüpfen in die Zeit der Geschichte… also quasi einen Zeithüpfer machen… oder besser: einen Sprung, -einen ZeitSpr…
    😀

    Ciao mit V

  11. Thomas R

    In seinem Buch „Die Atempause“ hat der Auschwitz Überlebende Primo Levi beschrieben, wie es nach der Befreiung weiter ging.
    Es kam auch DDT zum Einsatz.
    St. Valentin, Österreich, September 1945
    Die einzige Einrichtung, die wirklich funktionierte, waren die Bäder und die Desinfektion; auf diese Weise, durch Reinigung und Exorzismus, ergriff der Westen von uns Besitz.
    Das Priesteramt wurde von einigen riesigen, schweigsamen G.I. ausgeübt; sie waren unbewaffnet, verfügten aber statt dessen über eine Unmenge von Gegenständen, deren Sinn und Nutzanwendung wir nicht verstanden. Im Bad verlief alles vorschriftsmäßig; es bestand aus etwa zwanzig Holzkabinen mit warmen Duschen und Badetüchern, einem unerhörten Luxus. Anschließend wurden wir in einen großen gemauerten Raum geführt, der durch ein Kabel in zwei Teile unterteilt war. Von dem Kabel hingen zehn seltsame Vorrichtungen, die entfernt an Preßlufthämmer erinnerten; draußen tuckerte ein Kompressor. Alle eintausendvierhundert, Männer wie Frauen, wurden wir auf eine Seite des Raumes zusammengepfercht: zehn in weiße Schutzanzüge, Helme und Gasmasken gehüllte außerirdische Wesen betraten die Szene; sie packten die ersten der Herde und steckten ihnen, ohne viel Umstände zu machen, die Röhre der hängenden Apparaturen in eine Kleideröffnung nach der anderen : in den Halsausschnitt, in den Gürtel, in die Taschen, von unten in die Hosen, unter die Röcke. Es waren mit Insektenpulver gefüllte pneumatische Zerstäuber, und das Insektenpulver war DDT, uns ebenso unbekannt wie der Jeep, das Penicillin und die Atombombe, von der wir bald danach hören sollten.

  12. Thomas Severa

    Ich lese, Dank der Folge, gerade das Evangelium der Aale. Unglaublich wie lange sich die Menschheit schon mit der Aalfrage beschäftigte und sehr lange daran scheiterte.
    Vielen Dank für diese großartige Geschichte. Bis jetzt einer meiner Lieblingsfolgen.

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Seit sechs Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte. Das Besondere daran: der eine weiß nie, was der andere ihm erzählen wird. Dabei geht es um vergessene Ereignisse, außergewöhnliche Persönlichkeiten und überraschende Zusammenhänge der Geschichte aus allen Epochen.

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