GAG537: Tinte, Blut und Eisen – Fontane an der Front

Wir springen in dieser Folge direkt in die Zeit der Einigungskriege. Genauer springen wir nach Frankreich, wo im Oktober 1870 ein berühmter Preuße in einer Gefängniszelle sitzt und kurz davor ist, als Spion verurteilt zu werden. Der Mann ist allerdings weder Soldat noch Spion, sondern Autor: Theodor Fontane. Wir sprechen in dieser Folge darüber, wie er in diese Situation kam, und was das für ihn, sein Werk und sein Vermächtnis bedeutete.

Erwähnte Folgen

Literatur

  • Fontane, Theodor, und Emilie Fontane. Die Zuneigung Ist Etwas Rätselvolles. Aufbau Digital, 2018.

  • Gordon A. Craig. Theodor Fontane: Literature and History in the Bismarck Reich. Oxford University Press, 1999.

  • Helmuth Nürnberger. Theodor Fontane. Rowohlt E-Book, 1968.

  • Jörn Sack. Fontane als Kriegschronist. Franz Steiner Verlag, 2018.

  • Theodor Fontane. Gesammelte Werke – Romane, Gedichte, Reiseberichte usw. Ideenbrücke, 2016.

  • Theodor Storm und Theodor Fontane. _THEODOR STORM – THEODOR FONTANE DER BRIEFWECHSEL: historisch-kritische und kommentierte ausgabe. Erich Schmidt Verlag GmbH & Company, 2018.

  • Tobias Arand. 1870/71: Die Geschichte Des Deutsch-Französischen Krieges Erzählt in Einzelschicksalen. Osburg Verlag, 2019.

Das Episodenbild zeigt eine Zeichnung Fontanes von Max Liebermann aus dem Jahr 1890.

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4 Replies to “GAG537: Tinte, Blut und Eisen – Fontane an der Front”

  1. Sebastian

    Bismarck als alleinigen Provokateur von 1864 darzustellen – ja, die dänischen Nationalisten wurden zuvor im Zusammenhang mit 1848 genannt, aber 1864 gänzlich verschwiegen – ist reichlich kühn. Ja, Bismarck nutzt die Krise geschickt und nüchtern kühl aus, aber die Novemberverfassung von 1863 ging dem Krieg voraus und kam nicht aus Bismarcks Feder. Die sollte man schon kurz erwähnen.

  2. Maria

    Sehr interessante Folge für mich, da ich oft in Neuruppin bin, wo Fontane geboren wurde, und wo man seine Figur zu Marketing-Zwecken ausbeutet, um Touristen an zu locken. Beim Spaziergang durch die „Fontane-Stadt“ sieht man seinen Namen in vielen Schaufenstern, in Bezug gesetzt zu den verschiedensten Dingen, im übertragenen Sinn: vom Fontane-Brötchen bis zur Fontane-Socke.
    Diese oberflächliche Darstellung erzählt freilich nichts von seinem gebrochenen Charakter.
    Die heroische Sicht auf das Preußentum wird ihm aber schon gefallen haben, als er sich diesen Zeitschriften angedient hat, nicht nur aus Geldnot. So könnte man ja sonst jede Schandtat rechtfertigen. Weshalb hätte er sonst Th. Storm dazu anhalten sollen, es ihm gleich zu tun? Aber er hätte gute Voraussetzungen gehabt, um seinen Widerwillen gegen das Skriblifaxen zu umgehen und Apotheker bleiben können um die Familie zu ernähren und dann nach Feierabend Balladen schreiben.
    Mir scheint, dass er sich mit der Glorifizierung Preußens zumindest Anfangs durchaus identifiziert hat. Er kannte erst wohl nichts anderes. Neuruppin war eine Garnisonsstadt, was man an den riesigen Exerzierplätzen immer noch erkennen kann und im benachbarten Rheinsberg hatten die Preußen-Prinzen Friedrich und Heinrich ihren Einfluss hinterlassen. In dieser militarisierten Preußenwelt ist er aufgewachsen und manche Menschen brauchen lange, um die Umstände ihrer Herkunft neutral von außen betrachten zu können.
    Jedenfalls war die Folge für mich ein Impuls, als nicht Gymnasiastin im Rentenalter, endlich mal Effi Briest zu lesen, was ich mir immer furchtbar langweilig vorgestellt habe, oder zumindest mal das Buch an zu fangen.

    Schönen Gruß und immer wieder vielen Dank!
    Maria

  3. Thomas

    Den Ausgang der Schlacht bei Königgrätz nur auf das überlegene Zündnadelgewehr zu reduzieren, ist fraglich. Es wird durchaus auf taktische und disziplinäre Mankos bei den Österreichern hingewiesen auch in der Führung („Benedek, der Trottel“, wie der Kaiser ihn nachher – wohl zu unrecht – nannte). Der Vorteil mit dem Zündnadelgewehr im Liegen zu schießen, wurde wohl auch damals nur selten ausgenutzt.

  4. Tom

    Ich weiß nicht mehr genau, ob du es in der Folge erwähnt hattest, aber im Deutsch-Dänischen Krieg war auch erstmals das Rote Kreuz in einem Krieg vor Ort. Ich fand das einen interessanten Fakt, da du ja erzählt hast, wie verheerend die Auseinandersetzung war.

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