GAG498: Eine kleine Geschichte des Grimoires
Wir betrachten in dieser Folge die Entstehung und Entwicklung des Grimoires. Weit mehr als Sammlungen an Zaubersprüchen und Beschwörungen sind Grimoires einzigartige Vermengungen antiker und zeitgenössischer kultureller Strömungen. Wir sprechen darüber, woher sie kamen, wie sie gefertigt wurden und warum sie auch heute noch präsent sind.
Erwähnte Folgen
- GAG476: Boabdil und das Ende Granadas – https://gadg.fm/476
- GAG20: Von Drachenknochen und Schildkrötenorakeln – https://gadg.fm/20
- GAG451: Eine kleine Geschichte der verlorenen Bücher – https://gadg.fm/451
- GAG479: Über einen, der alles wusste – Athanasius Kircher – https://gadg.fm/479
- GAG413: Paracelsus – Arzt und Alchemist – https://gadg.fm/413
Literatur
Davies, Owen. Art of the Grimoire: An Illustrated History of Magic Books and Spells. New Haven London: Yale University Press, 2023.
Davies, Owen. Grimoires: A History of Magic Books. OUP Oxford, 2009.
Rankine, David. The Grimoire Encyclopaedia: Volume 1+2: A Convocation of Spirits, Texts, Materials, and Practices. Hadean Press Limited, 2023.
Das Episodenbild zeigt einen Ausschnitt des Papst Honorius Grimoires.




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Bei der Erwähnung des Doktor Faustus musste ich aufhorchen. Das hat mich an GAG19 erinnert, wo es ja um Edgar Dacque und seinen Wandel von der Wissenschaft zur Mythologie ging und dass jener in Thomas Manns „Faust“ an eine Figur angelehnt wurde. Witzig, dass beide Folgen was mit Mystik und Surrealem zu tun haben. Vielleicht bin ich auch nur unersättlich suchend nach neuen Episoden-Verknüpfungen, wer weiß das schon.
Jetzt mal die Folge zu Ende hören, gute Nacht!
Auch erwähnt, aber bisher nicht in der Liste: GAG488: Hokusai und die Große Welle
Wie immer eine wunderbare Folge! Vielen Dank!
Daniel benutzt mehrfach den Begriff magisches Wissen. Dabei handelt es sich doch immer nur um magisches Hoffen.
Zur magischen Abzocke habe ich auch eine kleine Anekdote aus dem hungernden Nachbürgerkriegs Spanien: eine Nachbarin meiner Familie litt verständlicher Weise sehr darunter, nicht zu wissen, ob ihr Sohn noch am Leben war oder nicht, und suchte zur Auflösung eine Zauberin auf. Diese versprach eine Antwort, allerdings bräuchte sie für das Zauberritual ein schwarzes Kaninchen, aber eines mit einem besonders glänzenden Fell. Freilich deutet ein glänzendes Fell auf ein gut gefüttertes Tier hin. Zufällig war damals in Spanien Kaninchenbraten eine inzwischen etwas aus der Mode gekommene Begehrlichkeit.
Zum Schätze graben hat Goethe ein Gedicht geschrieben, das ich dann Mitte der sechziger Jahre als integrationswilliges Gastarbeiterkind für die Schule gerne gelernt habe und bis heute noch kann, hier der moralisierende Schluss:
„…komm mit ängstlicher Beschwörung nicht zurück an diesen Ort, grabe hier nicht mehr vergebens.
Tages Arbeit, Abends Gäste,
saure Wochen, frohe Feste, sei dein künftig Zauberwort.“
Am Wochenende habe ich bei meiner Mutter ein recht aktuelles Lexikon über Kräuter im Garten entdeckt.
Neben Beschreibung von Form, Farbe und anderen botanischen Merkmalen, wurden dort auch Hinweise zur Anwendung (z.b. Zubereitung als Tee hilft gegen …) und auch magisches Wissen vermittelt.
Schon interessant zu lesen.
“Das Kraut XY bei Mondschein geerntet, in Milch gekocht am Tag Mariä Himmelfahrt, mit Wein gespült und dann als Pulver zerrieben in einem roten Leinensäckchen um den Hals gehängt, hilft damit man nicht überfallen wird” oder so. Eine geringfügig andere Zubereitung zwingt einen Dieb zur Rückgabe von Diebesgut – da sind dann bestimmte Gebete während des “Kochvorgangs” nötig.
Sehr spannend
„Die Aufklärung bringt zwar das Licht der Vernunft, wirft aber auch neue Schatten“
Wow, Richard, DAS hat Aphorismus-Potential! 🎓
Das Thema passt übrigens gerade super auch in die Popkultur. Der Anime „Frieren“ ist im Begriff Anime des Jahres zu werden. Es geht um eine Magierin die Grimoires auf ihrer Reise durch ihre eigene Vergangenheit sammelt. Das japanische Machwerk ist sehr deutsch geprägt (alle Charaktere und Ort sind nach deutschen Wörtern benannt, und auch die Landschaft und die Mittalalterliche Kultur ist der Deutschen Geschichte nachempfunden). Dass aber auch die Zauberbücher ihren Ursprung in Mitteleuropa haben war mir neu.
Hi,
ich lasse bei dem Thema „Metal Playlist“ nicht locker 😀
Ich weiss nicht, ob Richard es in der Folge erwähnt, aber passend zur Folge und zur Playlist gibt es von Elvenking ein ganzes Album aus dem Jahr 2017 mit dem Namen „Secrets of the Magick Grimoire“. Auf diesem Album gibt es unter anderem z.B. auch ein Lied über das Voynich-Manuskript 😉